Equine West Nil Virus Infektionen in Ostösterreich - Eine Untersuchung von Stechmücken bei in den Vorjahren betroffenen Pferdkoppeln auf Flaviviren (2022)
Abstract
Im Rahmen dieser Studie wurde die Verbreitung von Stechmückenarten im Osten Österreichs und deren potenzielle Rolle bei der Übertragung von Flaviviren, insbesondere des West-Nil-Virus (WNV), untersucht. Im Sommer 2022 wurden über einen Zeitraum von vier Monaten (Juli bis Oktober) Stechmückenfallen an drei Standorten in Pferdeställen aufgestellt: dem Pferdestall der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, einem Pferdestall in Gerasdorf und einem Pferdestall in Großmugl. Diese Standorte wurden gewählt, da sie in den Vorjahren positive Fälle von WNV aufwiesen. Ziel war es, die vorkommenden Culiciden-Stechmückenarten zu erfassen und ihre potenzielle Rolle bei der Übertragung von WNV und anderen Flaviviren zu untersuchen. Insgesamt wurden 902 Stechmücken gefangen, darunter 891 weibliche Exemplare. Die morphologische Bestimmung ergab, dass 98 % der weiblichen Mücken der Art Culex pipiens/torrentium zugeordnet werden konnten. In einer Probe (P21) der Art Culiseta annulata wurde ein Flavivirus nachgewiesen, welcher eine 98%ige Übereinstimmung mit einem aus Portugal bekannten, insektenspezifischen Flavivirus aufwies. Dieses Flavivirus gehört nicht wie das West Nil Virus zu den Arboviren, sondern ist ein insektenspezifisches Flavivirus das ausschließlich Insekten infiziert und für Menschen und Wirbeltiere ungefährlich ist. Dennoch ist der Nachweis solcher insektenspezifischer Flaviviren vonn Bedeutung für das WNV-Monitoring, da er zeigt, dass die verwendeten molekularen Nachweismethoden grundsätzlich funktionieren und virale RNA in Stechmücken zuverlässig detektieren können. Das West Nil Virus wurde in keiner Stechmücke nachgewiesen. Die Analyse wurde mittels molekularer Methoden wie PCR und Gelelektrophorese durchgeführt, um das Vorhandensein von Flaviviren und Filarien zu untersuchen. Während im Jahr 2021 an denselben Standorten keine Flaviviren nachgewiesen wurden, konnte in der vorliegenden Arbeit ein insektenspezifisches Flavivirus identifiziert werden. Eine Untersuchung auf Filarien ergab hingegen keine positiven Ergebnisse. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Monitorings der Stechmückenpopulationen, um die Dynamik der WNV-Übertragung in Österreich besser zu verstehen.
Fields of Study & Subjects
Mosquito-borne diseases and control
Vector-Borne Animal Diseases
Diptera species taxonomy and behavior
Publication details
- Journal / source
- Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
- Publication date
- 9 February 2026
- Language
- DE