Hannah Arendt über das Bürgerliche Hinnehmen autoritärer Ordnung

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Authors: Andreas Pettenkofer
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Abstract

Die soziologische Bedeutung von Arendts Werk erschöpft sich nicht in ihrer Analyse ‚totalitärer‘ Politik. Arendt entwirft nicht nur eine Theorie einer Form politischer Ordnungs, in der Machtausübung kaum auf Legitimität angewiesen ist und sich nur selten durch Wahrheitsfragen irritieren lässt. Sie zeigt zugleich, warum gerade das ‚liberale‘ Wirtschaftsbürgertum sowie jene aufstrebenden Mittelschichten, die oft als zentrale Träger von Demokratisierungsprozessen gelten, sich solchen Ordnungen regelmäßig anpassen werden. Deshalb ist Arendts implizite Soziologie ausgesprochen nützlich für das Verständnis der aktuellen Lage. Das relative Desinteresse, mit dem die soziologische Debatte auf Arendts Schriften reagiert hat, macht auch die blinden Flecken sichtbar, die die polarisierte Diskursordnung des Kalten Kriegs hier erzeugt hat.

Fields of Study & Subjects

Hannah Arendt's Political Philosophy Political Theory and Democracy Political Theology and Sovereignty

Publication details

Journal / source
Sociologia Internationalis
Pages
1–30
Publication date
15 January 2026