Raum, Schicht, Strahl: Zeitfiguren des Museums
Abstract
Das Museum ist vielfach als „Zeitmaschine“ beschrieben worden. In seinem Sammeln, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln zeugt es von Zeiten und verheißt Zugang zu anderen Zeiten. Jedes Museum ist Produkt seiner Zeit und generiert Vorstellungen von Zeit. Vor dem Hintergrund der Debatte um Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichtskultur untersucht der Beitrag Dimensionen musealer Zeitlichkeit in zwei distinkten Perspektiven: Zum einen wird gefragt, ob und in welcher Form sich das Konzept der Zeitschichten in der wissenschaftlichen Literatur zum Museum niederschlägt bzw. welche andere Zeitbegriffe hier in den Vordergrund treten. Zum anderen werden Ausstellungen als inszenierte Zeit-Ordnungen in den Blick genommen und Zeitschichten hier ins Verhältnis zu zwei anderen prominenten „Zeitfiguren“ (Lucian Hölscher) im Kontext des Ausstellens – Zeitraum und Zeitstrahl – gesetzt. Zeitschichten kommen, so ein Schluss, insbesondere dort zu Anwendung und Vorschein, wo Orte als Grundlage von Geschichtsdarstellungen genommen oder geschaffen werden. Hier kann das Konzept, ungeachtet problematischer Facetten, produktive und reflexive Momente in der Repräsentation von Geschichte entfalten.
Fields of Study & Subjects
Libraries and Information Services
Memory
History
Trauma
Identity
Arts
Culture
and Music Studies
Publication details
- Journal / source
- Wallstein Verlag eBooks
- Pages
- 155–182
- Publication date
- 6 January 2026
- Document type
- Book chapter