Eine Kritik des physikalischen Raumbegriffs
Abstract
Diese Arbeit entwickelt eine metaphysische Kritik des physikalischen Raumbegriffs. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Raum in modernen physikalischen Theorien je nach Anwendungsfall unterschiedliche und teils widersprüchliche Eigenschaften erhält. Dem wird ein sparsamer, axiomatisch eingeführter Raumbegriff entgegengesetzt. Raum wird minimalistisch als die Möglichkeit eines Nebeneinanders definiert. Aus dieser Definition werden Konsequenzen für Objektsein, Koexistenz, Dreidimensionalität, Orthogonalität und die Unmöglichkeit einer Raumkrümmung abgeleitet. Raum und Zeit werden als kategorial unterschiedliche Ordnungsformen bestimmt, wodurch das Konzept der Raumzeit zurückgewiesen wird. Weiterhin wird gezeigt, dass Geometrie ein beschreibendes Instrument ist und keine ontologische Begründung liefern kann. Abschließend wird argumentiert, dass reale Räume stets qualifiziert sind, insbesondere durch ihre Fähigkeit zur Lichtübertragung, und dass physikalische Konstanten Eigenschaften der Raumfüllung darstellen, nicht des Raumes selbst.
Fields of Study & Subjects
Philosophy and Historical Thought
Kantian Philosophy and Modern Interpretations
Art
Aesthetics
and Perception
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 5 January 2026
- Language
- DE