Sportliche Praktiken als Instrument aristokratischer Ordnung im Mittelalter
Abstract
Dieser Beitrag untersucht sportliche Praktiken im mittelalterlichen Adel als Bestandteil politischer Ordnung und sozialer Hierarchien. Ausgehend von der Begrenztheit moderner Sportbegriffe für vormoderne Gesellschaften wird Sport als geregelte körperliche Praxis verstanden, durch die Herrschaft legitimiert und aristokratische Ordnung stabilisiert wurde. Sportliche Aktivitäten entwickelten sich parallel zu kriegerischen Konflikten und boten kontrollierte Räume körperlicher Konkurrenz, die Distanz zur unmittelbaren Gewalt schufen. Anhand von Turnieren, Ballspielen und Spielräumen wird gezeigt, dass Zugang und Teilnahme klaren sozialen Regeln folgten. Der Hundertjährige Krieg verdeutlicht sportliche Praxis als transkulturellen Prozess, in dem sich französische und englische Spieltraditionen begegneten und verschmolzen. Die enge Verbindung von Körper und Herrschaft wird exemplarisch am Beispiel Heinrichs VIII. analysiert. Den Schwerpunkt bildet eine materialhistorische Perspektive. Die Untersuchung ausgewählter Sportgeräte aus dem 16. und 17. Jahrhundert zeigt, dass materielle Objekte eigenständige historische Quellen darstellen, deren Form und Nutzung auf politische Rahmenbedingungen und kulturelle Ordnung verweisen.
Fields of Study & Subjects
Historical
Literary
and Cultural Studies
Martial Arts: Techniques
Psychology
and Education
Historical Influence and Diplomacy
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 6 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Preprint