Blackout Berlin: Zwischen Konzept und Krisenrealität. Der Berliner Stromausfall im Januar 2026 als empirischer Stresstest diskursiver Verantwortungskonstruktionen im Bevölkerungsschutz – eine Gap-Analyse entlang Wolfram Geier & Peter Lauwe.
Abstract
Der Beitrag analysiert die Differenz zwischen diskursiver Ordnung und beobachtbarer Ereignispraxis im deutschen Bevölkerungsschutz anhand von Stromausfällen mit Bezug zu kritischen Infrastrukturen. Ausgangspunkt ist der von Geier & Lauwe (2024) entwickelte Referenzrahmen zu „Blackout und Bevölkerungsschutz“, der Begriffe schärft, Verantwortungsarchitekturen ordnet sowie präventive, reaktive und kommunikative Handlungslogiken integriert. Diese diskursive Ausgangslage wird mit der dokumentierten Praxis des Berliner Stromausfalls im Januar 2026 kontrastiert, der regional begrenzt, zugleich jedoch mehrtägig war und damit eine Zwischenlage zwischen Stromausfall und Blackout markierte. Die Gap-Analyse arbeitet Passungen, Verschiebungen und Leerstellen entlang vier Dimensionen heraus: Verantwortung, Handlungslogiken, Kommunikationsstrategien und Begründungsmuster – ohne das Krisenmanagement zu evaluieren. Der Beitrag leistet eine diskursanalytisch informierte Weiterentwicklung der Blackout-Debatte, indem er binäre Typologien zugunsten eines Kontinuums mit Übergangsschwellen (u. a. Dauer, räumliche Ausdehnung, Kommunikationsfähigkeit, Provisorien und Logistik) ergänzt und Verantwortung stärker als situative Zurechnungsleistung in polyzentrischen Governance-Strukturen fasst.
Fields of Study & Subjects
Disaster Management and Resilience
Public Relations and Crisis Communication
Safety and Risk Management
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 15 January 2026
- Language
- DE