HELLIGKEIT — Eine Position Zwischen Erklärung, Form und Rückzug
Abstract
HELLIGKEIT — Eine Position ist eine philosophische Arbeit, die die ethischen Grenzen von Erklärung, Interpretation und Modellierung im zeitgenössischen Denken untersucht. In Psychologie, Neurowissenschaften, Kognitionswissenschaften und zunehmend auch in der künstlichen Intelligenz wird Erklärung nicht nur als Erkenntnismethode, sondern als moralischer Imperativ behandelt: Was erklärbar ist, soll erklärt werden. Dieses Buch stellt diese Annahme infrage, indem es HELLIGKEIT nicht als Theorie oder System einführt, sondern als Grenzposition. HELLIGKEIT bezeichnet den Punkt, an dem Erklärung ihre orientierende Funktion verliert und gefährlich wird — wo Klarheit in Selbstschließung umschlägt und erfolgreiche Aufhellung das Außen tilgt. Auf der Grundlage philosophischer Analyse, literarischer Fallstudien (insbesondere Stefan Zweigs Schachnovelle) und struktureller Verallgemeinerung wird Monomanie nicht als individuelles psychologisches Defizit verstanden, sondern als struktureller Zustand, der aus der Totalisierung von Form hervorgeht. Die Argumentation wird auf wissenschaftliche Modellierung, ideologische Ordnungen und zeitgenössische KI-Praktiken ausgeweitet. Das Buch zeigt, dass Nachhaltigkeit von Erkenntnis Unvollständigkeit voraussetzt und dass Begrenzung, Unterbrechung und Rückzug keine Mängel, sondern ethische Notwendigkeiten sind. HELLIGKEIT richtet sich nicht gegen Erklärung. Sie markiert ihre Grenze.
Fields of Study & Subjects
Philosophy and History of Science
Philosophy and Theoretical Science
Philosophical Ethics and Theory
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 18 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book