Archivdaten für die Provenienzforschung. Im Spannungsfeld von qualitativer Forschung und fuzzy data
Abstract
Seit 2020 wertet das OFP-Projekt Akten zum Vermögensraub im Nationalsozialismus durch die Reichsfinanzverwaltung aus. Das Besondere dabei ist, dass erstmals eine Massenquelle aus der NS-Zeit hinsichtlich der in den Akten dokumentierten Standorte von geraubten Kulturgütern systematisch mithilfe digitaler Werkzeuge ausgewertet wird.Die Erstellung und Nutzung von OCR-Daten bildet die Voraussetzung für die teilautomatisierte Auswertung der Akten. Voraussetzung dafür waren neben qualitativ erfassten Archivdaten und der Umsetzung von Standards bei der Erstellung von digitalen Repräsentationen von Archivgut auch die Entwicklung eines eigenen Auswertungstools, das die Durchsuchbarkeit des Textkorpus gewährleistet. Die Entwicklung sowie die Nutzung der Daten und Werkzeuge berührt verschiedene Aspekte im Spannungsfeld von fuzzy data, qualitativer Forschung und der Nachnutzbarkeit der Ergebnisse in Archiven und Forschungskontexten. Das betrifft insbesondere den Umgang mit blinden Flecken und Fehlern im auswertbaren Textkorpus, die Rolle des „human in the loop“ bei teilautomatisierten Auswertungsprozessen sowie ethische, technische und rechtliche Aspekte bei der Auswertung und Bereitstellung von verschiedenen Datentypen.Anhand von Praxisbeispielen wollen wir zu den genannten Themenfeldern Lösungswege aufzeigen, lessons learned thematisieren und Probleme diskutieren. Präsentation im Rahmen der Online-Reihe "Werkstattberichte Digitale Provenienzforschung" von SODa - Sammlungen, Objekte, Datenkompetenzen
Fields of Study & Subjects
Digital and Traditional Archives Management
Digital Humanities and Scholarship
Data Analysis and Archiving
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 14 January 2026