Ordnung als entscheidbarer Begriff: Grundzüge einer Grammatik operativer Systemordnung (4DOR-G)

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Authors: Jens Wellendorf
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Abstract

Niklas Luhmann bestimmt Ordnung als Anschlussfähigkeit: Ein System ist geordnet, solange es seine eigenen Operationen fortsetzen kann. Diese Bestimmung ist konzeptuell stark, bleibt jedoch operational unentscheidbar, da sie keine prüfbaren Schwellen für Ordnungszuschreibungen bereitstellt. Auch formale Präzisierungen, etwa Dirk Baeckers Anschluss an Spencer-Browns Formkalkül, erhöhen die Formschärfe von Unterscheidungen, lösen das Entscheidbarkeitsproblem jedoch nicht. Der Beitrag führt mit 4DOR-G eine grammatikartige Prüfarchitektur operativer Systemordnung ein. Grammatik meint hier ein Regelwerk der Wohlgeformtheit von Ordnungszuschreibungen – weder empirisches Messinstrument noch normative Theorie. Ordnung liegt auf einer explizit deklarierten Skala genau dann vor, wenn ein Systemzustand (i) Anschlussfähigkeit (mindestens zwei systemintern generierbare Anschlussoperationen), (ii) Koordination (keine wiederholte oder strukturelle Reduktion auf ≤ 1 Option), (iii) Stabilität (Erhalt unter definierten Baseline-Störungen über einen skalenabhängigen Zeithorizont Tₛ) und (iv) Konsistenz im vierdimensionalen Ordnungsraum erfüllt, ohne gegen die Constraints C1–C6 zu verstoßen. Ein Prüfprotokoll (P0–P6) macht Ordnungszuschreibungen intersubjektiv prüfbar und Dissense lokalisierbar. 4DOR-G wird als Protogrammatik vorgelegt: entscheidungsfähig im Sinne grammatischer Zulässigkeit, offen für Erweiterungen der Constraint-Basis und für systematische Systemtyp-Klassifikationen.

Fields of Study & Subjects

Complex Systems and Dynamics Complex Systems and Decision Making Systems Engineering Methodologies and Applications

Publication details

Journal / source
OSF Preprints (OSF Preprints)
Publication date
10 February 2026
Language
DE
Document type
Preprint