Die Kunstformel als systemisch-kommunikative Erweiterung von Luhmann, Habermas und Adorno
Abstract
ABSTRACT Diese Studie entwickelt die Kunstformel von Dieter Liedtke (Innovation = Kunst) als systemisch-kommunikative Erweiterung der Theorien von Niklas Luhmann, Jürgen Habermas und Theodor W. Adorno. Während diese drei Ansätze zentrale, jedoch teilweise inkompatible Modelle zur Beschreibung von Gesellschaft, Kommunikation und Kunst liefern, fehlte bislang ein integratives Instrument zur Beobachtung von Innovation, Subjektivität und evolutionärer Entwicklung. Die Kunstformel fungiert als evolutionäres Beobachtungsmodell, das kreative Innovation als neue Information sichtbar, vergleichbar und kommunizierbar macht. Sie erweitert Luhmanns Systemtheorie um höhere Beobachtungsordnungen, operationalisiert Habermas’ Idee des herrschaftsfreien Diskurses auf einer visuell-symbolischen Ebene und macht Adornos ästhetischen Wahrheitsbegriff strukturell erfassbar, ohne dessen kritisches Potenzial zu neutralisieren. Durch ihre visuelle Codierung von Innovation verbindet die Kunstformel System, Lebenswelt und ästhetische Autonomie zu einem transdisziplinären Informationsmodell. Kunst wird dabei nicht nur als Ausdruck oder Kritik verstanden, sondern als evolutiver Informationssprung, der Bewusstsein, Gesellschaft und kulturelle Entwicklung nachhaltig beeinflusst. Die Studie positioniert die Kunstformel als Brücke zwischen Systemtheorie, Diskurstheorie und Ästhetik – und als Beitrag zu einer erweiterten Theorie gesellschaftlicher Evolution.
Fields of Study & Subjects
Critical Theory and Philosophy
German Social Sciences and History
Art
Politics
and Modernism
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 17 February 2026
- Language
- DE