Beratung im Frauenhaus: Eine qualitative Untersuchung zur Beratungspraxis in Schweizer Frauenhäusern
Abstract
Die folgende Bachelor-Arbeit mit dem Titel Beratung im Frauenhaus - Eine qualitative Untersuchung zur Beratungspraxis in Schweizer Frauenhäusern untersucht, wie bestehendes Beratungswissen zu häuslicher Gewalt in Schweizer Frauenhäusern praktisch umgesetzt wird und welchen Stellenwert das stationäre Setting für die Förderung der Selbstbestimmung der betroffenen Frauen hat. Im Rahmen eines qualitativen Forschungsdesigns wurden drei Expert*inneninterviews mit Sozialarbeiterinnen aus unterschiedlichen Frauenhäusern der Deutschschweiz geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Beratungspraxis sehr nahe an der Theorie ist und sich an zentrale feministische Arbeitsprinzipien hält. Das stationäre Setting erweist sich als wesentlich für den Vertrauensaufbau und eine ganzheitliche Begleitung. Des Weiteren wird deutlich, dass Frauenhäuser grossen strukturelle Herausforderungen gegenüberstehen, insbesondere die hohe Auslastung durch zu wenig Schutzplätze, die unzureichende Finanzierung, sowie Lücken in den Anschlusslösungen und der interdisziplinären Versorgung, v.a. für Betroffene von häuslicher Gewalt in Kombination mit psychischen Belastungen. Aus den Befunden werden praxisorientierte Empfehlungen für die Soziale Arbeit abgeleitet. Viele dieser Empfehlungen sind auch auf ambulante Frauenberatungen oder Opferhilfestellen übertragbar, da sie auf allgemeinen Prinzipien einer menschenrechtsorientierten, feministischen Sozialen Arbeit beruhen.
Fields of Study & Subjects
Intimate Partner and Family Violence
Social Work Education and Practice
Social Sciences and Policies
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 5 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis