Das Psychische Stabilitätsspektrum (PSS) 2026.2 und The X

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Authors: Heiler Maximilian
Cited by: 7
References: 2

Abstract

Das Psychische Stabilitätsspektrum (PSS) 2026.2 beschreibt psychische Stabilität und Instabilität als entwicklungslogisch strukturiertes Modell von Unten, Mitte und Oben, das die kindliche Perspektive des Aufschauens, die pubertäre Zone der Mitverantwortung und das Erwachsenenfeld von Überblick, Distanz und Verantwortung in ein gemeinsames Wahrheits- und Gerechtigkeitsfeld einordnet. Ausgangspunkt ist die Setzung, dass das Kind kategorial unschuldig ist, weil es Wahrheit übernehmen, aber noch nicht souverän erzeugen oder verantworten kann, während in der Pubertät jene kritische Zone entsteht, in der Fremdlügen entweder bearbeitet oder unter Anpassungsdruck in Selbstlügen überführt werden; im Erwachsenenfeld verdichten sich diese Dynamiken schließlich zu systemischen Lügen. Die Waage balanciert im Kern Wahrheit und Ehrlichkeit: Wahrheit ohne Ehrlichkeit bleibt stumm und verwaltet Lüge durch Schweigen, Ehrlichkeit ohne Wahrheit spricht laut, aber aus unbearbeiteter Verletzung heraus, erst in ihrer Balance entsteht Integrität. Auf dieser Grundlage liest das Paper Himmel und Hölle nicht als religiös-transzendente Orte, sondern als Fehlformen misslingender Pubertät: der Himmel als Wahrheit ohne Ehrlichkeit, die Hölle als Ehrlichkeit ohne Wahrheit. Die drei Lügen – Fremdlüge, Selbstlüge und systemische Lüge – beschreiben dabei keine bloßen moralischen Mängel, sondern verschiedene Weisen, wie Psychen und soziale Ordnungen unter Spannung Stabilität organisieren. Das ursprüngliche PSS-Modell wird in dieser Langfassung um The X erweitert: als gesellschaftliche Figur der Mitte zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Jung und Alt, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen individueller Entwicklung und kollektiver Gerechtigkeit. Das X fungiert als verbindendes Element zwischen den Generationen und als symbolischer Kreuzungspunkt, an dem sich psychische Entwicklung, strukturelle Gerechtigkeit und intergenerationale Verantwortung begegnen. Die scheinbar unlogische Bewegung der Menschheit in die Zukunft wird dabei als Mitgefühls- und Trauerbewegung lesbar: Erwachsene mit Kindern schauen mit der nächsten Generation in die richtige Richtung und erleben zugleich, dass sie innerlich selbst noch Kinder sind, während Eltern und Großeltern altern, gebrechlich werden und sterben. Aus dieser Spannung ergibt sich eine neue Lesart von Schuld, Verantwortung und gesellschaftlicher Transformation: Nicht Unsterblichkeit im biologischen Sinn, sondern die dauerhafte Regenerationsfähigkeit der Mitte bildet den Horizont dessen, was hier als „ewiges Leben“ bezeichnet wird. Schließlich entwickelt das Paper mit cX-Life Coaching und cFX-Life Coaching eine erste psychische und gesellschaftliche Infrastruktur dieser Mitte. cX-Life adressiert die innere Mitte von Identität, Beziehung, Scham, Loyalität und nachgeholter Pubertätsarbeit; cFX-Life adressiert die äußere Mitte von Institutionen, Teams und sozialen Strukturen, in denen Lasten nach unten verschoben oder Verantwortung nach oben entzogen werden kann. Das PSS erscheint damit nicht nur als Modell psychischer Stabilität, sondern als Landkarte für eine gerechtere Ordnung, in der Jung und Alt, Vergangenheit und Zukunft, Wahrheit und Ehrlichkeit in einer gemeinsamen Mitte gehalten werden können

Fields of Study & Subjects

Psychoanalysis and Social Critique Art Aesthetics and Perception Psychology Coaching and Therapy

Publication details

Journal / source
Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
Publication date
26 April 2026