Vergleich von Berechnungsansätzen zur standortspezifischen Ermittlung der Stickstoff-Mineralisation von Ackerböden
Abstract
Bei der Düngebedarfsermittlung von Kulturpflanzen wird die N-Mineralisation aus dem Bodenvorrat nach wie vor nicht ausreichend berücksichtigt. Im Rahmen des DVGW-Forschungsprojektes "N-Nachlieferung" wurden daher Feldmessungen zur Abschätzung der N-Mineralisation in Abhängigkeit von Standortbedingungen und Kulturart durchgeführt. Dazu wurden auf 8 landwirtschaftlichen Praxisflächen über 3 Jahre kontinuierlich die Bodentemperatur und Bodenfeuchte in 3 Bodentiefen (15, 45, 75 cm) gemessen sowie begleitende Boden- und Pflanzenanalysen durchgeführt. Anhand dieser Daten wurde die N-Mineralisation einerseits nach dem Ansatz von NORDMEYER & RICHTER aus dem Jahr 1985 und andererseits nach Pedotransferfunktionen von HEUMANN et al. (2011a, b) ermittelt. Die N-Mineralisation konnte mit allen Ansätzen für die Feldmessflächen berechnet werden. Trotz signifikant unterschiedlicher Gewichtung der Mineralisation aus dem schnell umsetzbaren Bodenpool Nfast und dem langsam umsetzbaren Bodenpool Nslow führen die zwei verschiedenen Ansätze zu einer vergleichbaren jährlichen Gesamtmineralisation von 175 kg N ha-1. Dies macht es schwierig, einen Ansatz zu favorisieren. Ein signifikanter positiver Standorteinfluss konnte nach beiden Ansätzen auf die Mineralisation aus dem Nslow-Pool für den Corg-, Nt- und Tongehalt nachgewiesen werden. Die mittlere N-Gesamtmineralisation während der Wachstumsperiode beträgt für Wintergerste 42, für Raps 54, für Winterweizen 96, für Silomais 127 und für Zuckerrüben 156 kg N ha-1. Die Ergebnisse können in der gewässerschonenden N-Düngeberatung eingesetzt werden.
Fields of Study & Subjects
Soil Carbon and Nitrogen Dynamics
Publication details
- Journal / source
- DBGPrints Repository (German Soil Science Society (DBG))
- Publication date
- 19 May 2026
- Language
- DE