Die Curriculum-Demand-Gap-Analyse als Instrument der Berufsfeldforschung im österreichischen Fachhochschulsektor

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Authors: Guenter Essl
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Abstract

KI-induzierte Arbeitsmarkttransformation produziert systematische Diskrepanzen zwischenformalisierten Curricula technischer Studiengänge und realer Nachfrage in den Berufsfeldern.Klassische Bedarfserhebungen erfassen diese Lücken nur unzureichend, weil sie Curriculumstrukturenund Stellenmarkt nicht systematisch gegeneinander führen. Der vorliegende Beitrag stellt dieCurriculum-Demand-Gap-Analyse (CDGA) vor – ein methodisches Instrument derBerufsfeldforschung, das seit 2012 im Rahmen der Stiftungsprofessur Stadt Wien an der FH TechnikumWien entwickelt und schrittweise verfeinert wurde. Die CDGA kombiniert großvolumigeStellenmarktanalysen (Bullhorn Market IQ, vormals Textkernel/Jobfeed) mit qualitativ inhaltsanalytischerCodierung in MAXQDA und bezieht beides systematisch auf bestehendeModulstrukturen. Empirische Basis sind drei Fallstudien an einer österreichischen Fachhochschule:Wirtschaftsinformatik 2024/25 (n=3.836 unique Stellen), AI und Data Sciences 2025/26 (n=628 uniqueStellen) sowie Erneuerbare Energien 2025/26 (n=391 unique Stellen). Querschnittsbefund: Diestrukturelle Verteilung der Gaps – exemplarisch 0 ECTS Pflicht-KI bei 40,2 Prozent Arbeitsmarktbedarfin der Wirtschaftsinformatik, oder Beratungs-Primat von 71,9 Prozent bei hybridisiertenAnforderungsprofilen in den Data-Sciences-nahen Feldern – ist nicht akzidentell, sondern systemischund reproduzierbar. Der Beitrag schließt mit dem Ausblick auf die angestrebte nationale Skalierungder Methode im Rahmen eines in Vorbereitung befindlichen Konsortialprojekts.

Fields of Study & Subjects

Vocational Education and Training Education Methods and Technologies Digital Innovation in Industries

Publication details

Journal / source
Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
Publication date
24 May 2026
Language
DE