Der kleinste gemeinsame Nenner der Kompensation

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Authors: Heiler Maximilian
Cited by: 7
References: 12

Abstract

Der Artikel entwickelt eine These über den gemeinsamen strukturellen Ursprung von Kompensation. Er geht davon aus, dass Kinder im Spracherwerb lernen, ihr inneres Erleben zu verbalisieren, und dass dieser Ausdruck in früher Kindheit maximal beschützt wird. Im Übergang zur Pubertät kippt dieser Schutz: Eltern können mit der Ehrlichkeit ihrer Kinder oft nicht mehr umgehen. Die These lautet, dass alle daraus entstehenden Kompensationsformen auf einen einzigen Nenner zurückführbar sind — die Verletzung, dass ein Ausdruck erst wichtig war und dann nicht mehr gehalten wurde. Der Artikel beschreibt diesen Vorgang mit den sechs deutschen Modalverben (wollen, sollen, müssen, dürfen, können, mögen) als Grundlogik. Er zeigt, dass die Verletzung symmetrisch ist: Kinder und Eltern tragen nach der Pubertät dieselbe Konfiguration — vorhandenes Wollen nach Gesehenwerden, geringes Können der Versöhnung, hohes Müssen des Alleinkämpfens. Weil beide Seiten dieselbe Lage teilen, wird eine Lösung nicht auf einer Seite, sondern im geteilten Nenner selbst angesetzt. Der Artikel ist deskriptiv-analytisch; er verzichtet auf klinische Diagnostik, Moralisierung und therapeutische Handlungsanweisung.

Fields of Study & Subjects

Infant Health and Development Hemispheric Asymmetry in Neuroscience Stuttering Research and Treatment

Publication details

Journal / source
Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
Publication date
5 July 2026
Language
DE