Vom Menschen her: eine psychologisch-soziologische Verlaufslehre
Abstract
Diese Arbeit vertritt eine einzige Grundthese und entfaltet aus ihr einen durchgehenden Gedankengang: Der Ursprung jeder sozialen Ordnung liegt im Menschen und in seinen Wechselwirkungen mit anderen. Das Erleben eines Menschen (psychologische Ebene) und die Begegnung mit anderen (soziologische Ebene) bilden zusammen den einzigen Boden, aus dem alles Weitere hervorgeht. Alle weiteren Ordnungen — Rollen, Regeln, Institutionen, Deutungen, Gewohnheiten — sind abgeleitete Folgen dieser ersten Wechselwirkung. Die Arbeit beschreibt diesen Ableitungsweg rein sprachlich und ohne technische Hilfsmittel: von der ersten Zuwendung über die Bildung von Erwartung und Rolle bis zur Verfestigung ganzer Ordnungen. Sie zeigt zwei Verläufe, die sich aus demselben Ursprung abzweigen — einen tragenden Verlauf, der Gegenseitigkeit erhält, und einen zehrenden Verlauf, der sich auf Kosten anderer stabilisiert, bis hin zu Formen, die Menschen aus der gemeinsamen Ordnung verdrängen. Ob ein Verlauf trägt oder zehrt, entscheidet sich nicht am Feld und nicht an der Praxis, sondern allein am freien, widerrufbaren Einverständnis der Beteiligten. Die Arbeit ist strikt beschreibend: keine Formeln, keine Mathematik, keine technischen Verfahren, keine Diagnose und keine Handlungsempfehlung.
Fields of Study & Subjects
Psychoanalysis and Social Critique
Kantian Philosophy and Modern Interpretations
Memory
History
Trauma
Identity
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 6 July 2026
- Language
- DE