Die vier Phasen bis zur Pubertät: Ein modalverben-basiertes Verlaufsmodell von emotionaler Sicherheit, Bruch, Anpassung und dem pubertären Erklärungsanspruch
Abstract
Dieses Working Paper beschreibt einen entwicklungspsychologischen Verlauf in vier Phasen — (1) emotionale Sicherheit, (2) Bruch, (3) Anpassung und (4) Pubertät — und macht diesen Verlauf ausschließlich über das Modalverben-Modell analysierbar. Das Modalverben-Modell trennt vier Größen: das Subjekt unter Fremdsetzung (s_iD, "du musst / du darfst nicht"), die von außen gesetzte Regel (o_iD), das Subjekt aus Eigenantrieb (s_inT, "ich will / ich kann") und das von innen Gewollte (o_inT). Die zentrale These: Der Verlauf von Phase 1 zu Phase 3 ist eine schrittweise Verschiebung von der inT-Seite (Eigenantrieb) auf die D-Seite (Fremdsetzung); kindliches "ich will" wird durch "du sollst / du musst" überlagert und schließlich als eigenes "ich will" umcodiert. Die Pubertät (Phase 4) wird als der strukturelle Moment bestimmt, in dem diese Umcodierung reklamiert wird: Der Jugendliche fordert eine Erklärung, warum das eigene Wollen gefährlich war und geopfert werden musste. Der Konsequenz-Test — was geschieht bei Widerruf der Vorgabe? — dient durchgehend als Kriterium, um echtes Wollen von umcodiertem Müssen zu unterscheiden. Das Modell ist rein analytisch-deskriptiv und formuliert keine therapeutischen oder erzieherischen Empfehlungen. Anschlusspublikation an das Modalverben-Modell (Concept-DOI 10.5281/zenodo.21138874).
Fields of Study & Subjects
Psychotherapy Techniques and Applications
Attachment and Relationship Dynamics
Personality Disorders and Psychopathology
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 13 July 2026
- Language
- DE