Von der Bindungsstörung zur rückkehrfähigen Entscheidungskraft: Ein integratives psycho-soziologisches Modell emotionaler Erpressung, sanktionierter Bewunderung und reparierbarer Submissivität
Abstract
Emotionale Erpressung wird als potenziell schädigendes Interaktionsprodukt einer mehrstufigen psycho-sozialen Entwicklung modelliert: frühe Bindungsverletzung, fragile Identitätsorganisation, wiederholte Traumatisierung, ein nicht symbolisch gelöster Adoleszenzkonflikt sowie die Instrumentalisierung von Bewunderung verdichten sich zu Beziehungskontrolle über Angst, Schuld, Entzug und Verlustandrohung. Gegenüber Version 1.0 erweitert diese Fassung das Genese-Modell um Typologien relationaler Feldpositionen und um Rückkehrpfade. Emotionale Erpressung wird damit nicht nur als Endpunkt einer Entwicklungs- und Beziehungskaskade analysierbar, sondern auch hinsichtlich ihrer reversiblen Anteile: Wo Widerruf geschützt, Unsicherheit nicht sanktioniert, Schaden bezeugbar und Verantwortung artikulierbar wird, kann eine Rückkehr aus feldgebundenem Müssen zum eigenen Brauchen und daraus zu freiem Wollen beginnen. Das Modell bleibt anti-essentialistisch und falsifizierbar. Begriffe wie "submissiv", "erpressend", "bewundernd" oder "bewundert" bezeichnen keine Wesensmerkmale, sondern situative Rollen, Modalitätslagen und Beziehungscodierungen. Entscheidend sind beobachtbarer Schaden, eingeschränkte Widerrufbarkeit und die Unterordnung eigener Bedürfnisse unter ein asymmetrisches Bindungsfeld.
Fields of Study & Subjects
Personality Disorders and Psychopathology
Attachment and Relationship Dynamics
Psychotherapy Techniques and Applications
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 9 August 2026
- Language
- DE