Modul MT — Maskierung und Tarnung: ein Verdeckungsmodul für das epidemiologische Forschungsinstrument (epi × krim)
Abstract
Das Modul MT erweitert den Vier-Modul-Feldbogen des epidemiologisch-kriminologischen Forschungsinstruments um eine Verdeckungsschicht. Es schließt die Lücke, dass der bestehende Bogen Einheitsstruktur, Ambivalenzmaterial, Status/Verlauf und Ansteckung erfasst, nicht aber systematisch, wie eine Einheit ihre Ambivalenz vor dem Feld verbirgt. Kernunterscheidung. Maskierung behält den Adressaten und verliert die Wahrheit: sie erhöht Sichtbarkeit, um Wahrnehmbarkeit zu senken, und ist eine Teilnahmebedingung, keine Fluchtbewegung. Tarnung behält die Wahrheit und verliert den Adressaten: sie senkt Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit gemeinsam und macht die Einheit im offenen Feld unadressierbar. Daraus folgt eine Stabilitätsasymmetrie — Tarnung ist schwerer auflösbar, weil kein Gegenüber existiert, dem gegenüber sich etwas korrigieren ließe. Leitbegriff Enklavenbildung. Der Regelfall der Tarnung ist Feldwechsel, nicht Isolation. Die kriminologische Zielgröße des Moduls ist nicht der Rückzug, sondern die Inversion: die Umkehrung des Vorzeichens eines Merkmals im Binnenfeld, wo Scham, Sanktion oder Statusverlust des offenen Feldes zu Zugehörigkeit, Anerkennung oder Statusgewinn werden. Rückzug allein ist keine Szene; erst die Inversion ist es. Operationalisierung. Das Modul liefert vier Indikatoren (Maskierungsintensität MI, Tarnungsintensität TI, Inversionsgrad IG, Normbandbreite NB) sowie vier abgeleitete Größen (Feldzustand, Verdeckungslast, Feldschuld, Szenenrisiko) und codiert sie in einer maschinenlesbaren MT-Kodierzeile. Enthaltene Dateien. Modultext als PDF und Markdown-Quelle; JSON-Schema der MT-Kodierzeile (Fassung 1.0.0) mit gültiger Beispielinstanz; ausfüllbarer Kodierbogen als eigenständige HTML-Anwendung mit automatischer Indikatorberechnung und JSON-Export. Methodische Festlegung. Die Modellierung ist epidemiologisch-metaphorisch und ausdrücklich nicht biologisch. Sie ist rein analytisch-deskriptiv: Rollen- statt Essenzzuschreibung, keine Moralisierung, keine therapeutische oder interventionelle Ableitung. Verdeckungsstrategien werden nicht als Merkmale von Personengruppen geführt, sondern als Feldpositionen, die jede Einheit einnehmen kann. Der Modultext ist als Quelle Q-210 in die Cross-Logik-System-Datenbank (CLS_DB) des Logik Instituts eingespeist (34 Bausteine aus 31 Sinneinheiten).
Fields of Study & Subjects
Crime Patterns and Interventions
Psychopathy
Forensic Psychiatry
Sexual Offending
Sex work and related issues
Publication details
- Journal / source
- Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research)
- Publication date
- 8 August 2026
- Language
- DE