Histologische Aufarbeitung von Pumpenkopfthromben nach Extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO)

Read full text
Authors: Leonie Koester
Cited by: 0

Abstract

Die Bildung von Thromben in ECMO-Pumpenköpfen bleibt ein nicht vollkommen verstandenes Phänomen. Die histologische Analyse der Thromben bietet einige wichtige Hinweise in Bezug auf die Ergründung der Ursachen und Abläufe. Durch die histologischen Übersichtsfärbungen und die immunhistologische Charakterisierung der Thromben konnte ein besserer Überblick über die Bestandteile der Thromben gewonnen werden. Es wurde eine Methodik etabliert, mit welcher halbautomatisch eine größere Anzahl an Thromben untersucht werden kann, sowie die Vorteile und Nachteile der einzelnen Färbungen und Relevanz verschiedener Antikörper festgestellt. Bei der Untersuchung der Thromben zeigte sich eine große Heterogenität sowohl der Zusammensetzung als auch der Größe und Morphologie, es konnten jedoch einige sich wiederholende Kriterien ausfindig gemacht werden. Makroskopisch waren die Thromben gut in rote, weiße und gemischte Thromben einzuteilen, diese Einteilung konnte mikroskopisch bestätigt werden und die makroskopisch uneindeutigen Thromben einer Gruppe („Rot“ oder „Weiß“) zugeordnet werden. Somit erwies sich die mikroskopische Einteilung anhand der Erythrozyten in den Übersichtsfärbungen als die beste Methode für die Zuordnung zur roten oder weißen Gruppe. Morphologisch fanden sich an Ort A eine Schichtung unterschiedlicher Bestandteile und ortsunabhängig Verwirbelungen, Risse, Lakunen, bestimmte Verteilungsmuster der kernhaltigen Zellen in Aggregaten z.B. an den Rändern dichterer Bereiche innerhalb der Thromben sowie Erythrozyten in lockeren Netzen am Thrombusrand aufgelagert. Die Kolokalisation von CD45 und CD42b kann ein Hinweis auf immunologische Einflüsse bei der Thrombenbildung in ECMO-Pumpenköpfen sein. In der Quantifikation der Thrombusbestandteile zeigte sich bei den Thromben an Ort A eine signifikant höhere Thrombusfläche der roten Thromben im Vergleich zu den weißen Thromben, an den Orten B und C bestand dieser Zusammenhang nicht. In den erythrozytenreichen Thromben der Gruppe „Rot“ fanden sich weniger Thrombozyten und umgekehrt viele Thrombozyten in der erythrozytenarmen Gruppe „Weiß“. Fibrin und von Willebrand Faktor stellten den größten Flächenanteil in den Thromben beider Gruppen dar. Die Patientendaten zeigten sich sehr heterogen, es konnten jedoch in der Gruppe „Weiß“ signifikant höhere Leukozytenzahlen und Fibrinogenwerte sowie niedrigere Thrombozytenzahlen als in der Gruppe „Rot“ bei der Analyse der letzten 6 Tage vor Explantation der Systeme gemessen werden.

Fields of Study & Subjects

Mechanical Circulatory Support Devices Venous Thromboembolism Diagnosis and Management Cardiac and Coronary Surgery Techniques

Publication details

Journal / source
University of Regensburg Publication Server (University of Regensburg)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis