Zum Zusammenhang zwischen Adipozytokinkonzentrationen im Nabelschnurblut und mütterlichen Lifestyle Faktoren sowie geburtshilflichen Parametern
Abstract
Im Rahmen der experimentellen Untersuchungen wurden insgesamt 709 Nabelschnurblutproben untersucht, die im Labor analysiert wurden. Die Konzentrationen spezifischer Adipozytokine wurden dabei mittels eines quantitativen ELISA-Verfahrens bestimmt, wobei im Vorfeld methodische Vorarbeiten erforderlich waren, um geeignete Verdünnungsfaktoren zu ermitteln. Zudem wurden mithilfe von Fragebögen zu unterschiedlichen Zeitpunkten klinische Angaben durch das Doktorandenteam erhoben sowie durch medizinische Protokolle ergänzt. Die Ergebnisse dieser Arbeit deuten darauf hin, dass mütterliche Lebensstilfaktoren wie Tabakkonsum, Alkoholkonsum, Gestationsdiabetes und körperliche Inaktivität lediglich einen begrenzten Einfluss auf die Konzentrationen von Adipokinen im Nabelschnurblut haben könnten. Im Gegensatz dazu zeigten der mütterliche Body-Mass-Index (BMI) sowie die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft eine signifikante Korrelation mit den Leptinspiegeln im Nabelschnurblut. Dies deutet darauf hin, dass Leptin eine zentrale Rolle im mütterlichen und fetalen Gewichts- und Stoffwechselmanagement spielen könnte und als potenziell relevantes Adipozytokin hervorgehoben werden sollte. Die Ergebnisse der Studie zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen den gemessenen Adipozytokinkonzentrationen und geburtsrelevanten Parametern wie Geburtsmodus, Geburtsgewicht und Gestationsalter. Höhere Konzentrationen von Interleukin-6 (IL-6), Resistin und Adiponektin wurden bei vaginalen Entbindungen im Vergleich zu Kaiserschnittgeburten festgestellt, was auf eine verstärkte Aktivierung entzündlicher Prozesse während der physiologischen Geburt hindeuten könnte. Das Geburtsgewicht korrelierte positiv mit Leptin und Adiponektin, während für IL-6, TNF-alpha, Resistin und FABP4 keine signifikante Korrelation mit dem Geburtsgewicht nachgewiesen werden konnte. Das Gestationsalter zeigte signifikante Korrelationen mit fast allen Adipozytokinen, mit Ausnahme von FABP4, was die zunehmende fetale Reifung widerspiegeln könnte. Auffällig war jedoch ein negativer Zusammenhang zwischen dem Gestationsalter und den TNF-alpha-Spiegeln, dessen Ursachen weiterführende Untersuchungen erfordern. Zusammenfassend deutet die Studie darauf hin, dass insbesondere der Geburtsvorgang einen bedeutenden Einfluss auf die Adipozytokinkonzentrationen im Nabelschnurblut zu haben scheint. Darüber hinaus stehen auch kindliche Geburtsfaktoren – wie das Geburtsgewicht und das Gestationsalter – in Zusammenhang mit den Adipokinspiegeln. Besonders Leptin scheint eine zentrale Rolle im mütterlichen und fetalen Gewichts- und Stoffwechselmanagement zu spielen. Der Einfluss mütterlicher Risikofaktoren auf die untersuchten Adipozytokinkonzentrationen scheint jedoch begrenzt zu sein. Um die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen, sind weitere Arbeiten erforderlich.
Fields of Study & Subjects
Birth
Development
and Health
Adipokines
Inflammation
and Metabolic Diseases
Gestational Diabetes Research and Management
Publication details
- Journal / source
- University of Regensburg Publication Server (University of Regensburg)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis