Einfluss von Dysphagie- und ernährungsabhängigen Faktoren auf das Überleben von Patienten mit Larynx- und Hypopharynxkarzinomen
Abstract
Hintergrund und Fragestellung Neben dem tumorbedingten Überleben werden bei Kopf-Hals-Tumoren aufgrund von Lokalisation und onkologischer Therapie wesentliche, nichttumorbedingte, interventionsfähige Risiken zunehmend erkannt. Vor allem Schluckstörungen haben einen Einfluss auf das Gesamtüberleben, besonders aufgrund von Folgen wie Aspirationspneumonien und Mangelernährung. Die vorliegende Arbeit zielte darauf ab, an einem typischen Patientenkollektiv eines deutschen Kopf-Hals-Tumorzentrums diese Risiken und mögliche Einflussfaktoren zu erfassen. Methoden Im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie wurden Patienten mit Hypopharynx- und Larynxkarzinomen untersucht. Hierbei wurde mittels uni- und multivariabler logistischer Regression der Einfluss von unabhängigen Variablen auf dysphagie- und ernährungsabhängige Outcome-Variablen untersucht sowie anhand von Kaplan-Meier-Kurven und der Cox-Regressionsanalyse Einflussfaktoren auf das Überleben ermittelt. Ergebnisse Für 214 Patienten wurden prätherapeutisches Untergewicht (Hazard Ratio, HR: 2,025) und Pneumonie (HR 1,569) als signifikante Risikofaktoren für das Überleben identifiziert. Gleichzeitig wurde prätherapeutisches Untergewicht als Einflussfaktor für die prätherapeutische Dysphagie (OR 7,6) nachgewiesen. Diese Faktoren stellen ihrerseits einen Einflussfaktor auf die posttherapeutische Dysphagie dar (Odds Ratio, OR: 12,1). Das Vorliegen einer prä- und posttherapeutischen Dysphagie hatte einen signifikanten Einfluss (OR 4,0) auf die Entstehung von Pneumonien. Schlussfolgerung Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass eine frühzeitige und konsequente Therapie der Mangelernährung und Dysphagie das Langzeitüberleben verbessern könnte. Weitere Studien zu Interventionen dieser Einfluss- und Risikofaktoren sind notwendig, um die Outcomebeurteilung prä-, früh- und stationärer Rehabilitationsmaßnahmen vor, während bzw. nach onkologischer Therapie zu prüfen. Diese Untersuchungen sollten jenseits allein subjektiver, patientenzentrierter Erfolgsmessung, auf die mit Dysphagie verbundenen Folgen der Krankheitsbewältigung, Lebensqualität, Morbidität und Mortalität, sowie der mit ihren Komplikationen verbundenen Kosten erweitert werden.
Fields of Study & Subjects
Head and Neck Cancer Studies
Dysphagia Assessment and Management
Nutrition and Health in Aging
Publication details
- Journal / source
- University of Regensburg Publication Server (University of Regensburg)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE