COVID 19 - Prädiktoren für einen letalen Verlauf bei Intensivpatienten - Vergleich 1. Welle vs. 2. Welle

Read full text
Authors: Sarah Dietl
Cited by: 0

Abstract

Einführung und Ziele: Die durch ein 2019 in der chinesischen Provinz Wuhan neu aufgetretenes Betacoronavirus ausgelöste COVID-19-Pandemie stellte Intensivstationen weltweit vor enorme Herausforderungen. Durch exponentiell steigende Fallzahlen und viele teils sehr schwer infizierte, intensivpflichtige Patienten besteht die Gefahr, die Kapazität des jeweiligen Gesundheitssystems zu überschreiten. Insbesondere bei Ressourcenknappheit und notwendiger Triage sind valide Prädiktoren für einen letalen Krankheitsverlauf essenziell, um klinische Entscheidungen evidenzbasiert treffen zu können. Eine Studie der Universität Regensburg mit Patienten der ersten COVID-Welle konnte bereits potenzielle Risikofaktoren identifizieren. Bei dieser Arbeit wurden Intensivparameter der Patienten der zweiten Pandemiewelle untersucht und anschließend die Ergebnisse beider Wellen miteinander verglichen. Methoden: Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Kohortenstudie. Eingeschlossen wurden 98 erwachsene kritisch kranke COVID-19-Patienten, die aufgrund ihrer Virusinfektion zwischen dem 01.10.2020 und dem 28.02.2021 auf einer Intensivstation des Universitätsklinikums Regensburg behandelt wurden. Insgesamt wurden 51 Parameter analysiert, darunter Stammdaten, Vorerkrankungen, Vitalparameter, Intensivpflegescores, laborchemische Werte, Beatmungsparameter sowie spezielle intensivmedizinische Therapien (u.a. ECMO, RRT). Die statistische Auswertung erfolgte getrennt für metrische und kategoriale Daten mittels IBM SPSS® Statistics. Anschließend wurden die Ergebnisse mit den Daten einer zuvor publizierten Kohorte der ersten Pandemiewelle verglichen. Ergebnisse: Nicht-Überlebende der zweiten Welle waren signifikant älter als Überlebende, während beim Geschlecht und Body-Mass-Index kein signifikanter Unterschied zwischen der Gruppe der Überlebenden und der der Verstorbenen festgestellt werden konnte. Patienten der zweiten Welle wiesen insgesamt mehr Komorbiditäten auf als Patienten der ersten Welle. Besonders häufig lagen kardiovaskuläre Vorerkrankungen vor. Überlebende der zweiten Welle wurden signifikant kürzer, Nicht-Überlebende hingegen signifikant länger intensivmedizinisch behandelt als vergleichbare Patienten der ersten Welle. Zudem sind Patienten der zweiten Welle vor Verlegung an das UKR signifikant länger extern intensivmedizinisch behandelt worden. Im Verlauf zeigten sich teils signifikante und hochsignifikante Unterschiede beim Vergleich von Vitalparametern, Intensivpflegescores, Laborwerten (u.a. Entzündungs-, Nieren- und Säure-Basen-Parameter) sowie Beatmungs- und Therapieparametern zwischen Überlebenden und Nicht-Überlebenden. Der mittlere pH-Wert, der Mittelwert von Troponin T, sowie der Mittel- und Maximalwert von SAPS wiesen sowohl unter den Patienten der ersten, als auch unter den Patienten der zweiten Welle einen hochsignifikanten Unterschied zwischen Überlebenden und Nicht-Überlebenden auf. Schlussfolgerung: Die Studie bestätigt, dass sich bestimmte klinische und laborchemische Parameter als potentielle Prädiktoren für einen letalen Verlauf bei kritisch kranken COVID-19-Patienten eignen. Jedoch ist die Anzahl der Patienten der Studie gering, sodass weitere Studien notwendig sind um die Ergebnisse verifizieren zu können. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie wurden bereits weitere Berechnungen durchgeführt, welche in einem Paper veröffentlicht werden konnten.

Fields of Study & Subjects

COVID-19 Clinical Research Studies Sepsis Diagnosis and Treatment Respiratory Support and Mechanisms

Publication details

Journal / source
University of Regensburg Publication Server (University of Regensburg)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis