Untersuchung von PD-L1 Expression sowie KRAS-, NRAS- und BRAF-Mutationen und ihre Auswirkung auf das Outcome von Patienten mit intrahepatischem cholangiozellulärem Karzinom
Abstract
Das intrahepatische cholangiozellulärem Karzinom (iCCA) ist eine seltene, biologisch heterogene Tumorentität mit insgesamt ungünstiger Prognose. Trotz zunehmender therapeutischer Optionen fehlen bislang prognostische und prädiktive Biomarker, insbesondere im Kontext immunonkologischer Therapien. Ziel dieser Arbeit war es, die prognostische Bedeutung der PD-L1-Expression auf Tumorzellen sowie tumorassoziierter Immunzellen beim iCCA zu untersuchen. Zudem wurde der Zusammenhang ausgewählter Tumoreigenschaften, häufiger Begleiterkrankungen sowie spezifischer molekularer Alterationen mit dem Outcome der Patienten analysiert. In einer retrospektiven Kohorte von 190 Patienten mit histologisch gesichertem iCCA wurde die PD-L1-Expression immunhistochemisch auf Tumorzellen sowie tumorassoziierten Immunzellen bestimmt. Als Cut-off wurde ein Expressionsanteil von < 1 % versus ≥ 1 % gewählt. Zusätzlich erfolgte eine molekulargenetische Analyse auf das Vorhandensein von KRAS-, NRAS- und BRAF-Mutationen. Mithilfe klinisch-pathologischer Parameter sowie Überlebensdaten wurden statistische Auswertungen durchgeführt. Die Analyse zeigte, dass eine PD-L1-Expression ≥ 1 % auf den Tumorzellen signifikant mit einem schlechteren Gesamtüberleben assoziiert war. Dieser Zusammenhang ließ sich jedoch nicht für die tumorassoziierten Immunzellen feststellen. Molekulare Alterationen, insbesondere KRAS-Mutationen, traten häufig auf und spielten eine entscheidende Rolle beim Krankheitsverlauf. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der biologischen Heterogenität intrahepatischer cholangiozellulärer Karzinome und legen nahe, dass PD-L1 im iCCA primär als prognostischer Marker einer aggressiven Tumorbiologie zu interpretieren ist. Darüber hinaus zeigen die Daten, dass eine einheitliche Betrachtung biliärer Tumoren sowie uneinheitliche PD-L1-Scoring-Systeme relevante Subgruppenunterschiede verschleiern können. Eine differenzierte Analyse nach Tumorentität und standardisierte Biomarkerbewertung sind daher essenziell für eine präzisere Risikostratifizierung und zukünftige Therapieentscheidungen.
Fields of Study & Subjects
Cholangiocarcinoma and Gallbladder Cancer Studies
Pediatric Hepatobiliary Diseases and Treatments
Hepatocellular Carcinoma Treatment and Prognosis
Publication details
- Journal / source
- University of Regensburg Publication Server (University of Regensburg)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis