Genusschwankungen im Deutschen: (k)ein marginales Phänomen

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Authors: Claudio Di Meola
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Abstract

Nominale Genussschwankungen stellen keineswegs isolierte Einzelfälle dar. Nicht-standardsprachliche Genusbelege haben überraschenderweise eine bemerkenswerte Verbreitung. Einerseits handelt es sich dabei um periphere Bereiche des Lexikons, vor allem Fremdwörter, Neologismen und veraltende Wörter sowie bildungs- und fachsprachliche Nomina. Andererseits sind auch Kernbereiche des Lexikons betroffen: a) Nomina, die eine eingeschränkte morpho-phonologische Reihenbildung aufweisen; b) Nomina mit einem "unauffälligen" Genus, die selten mit definitem Artikel und/oder im Singular verwendet werden; c) Nomina, die durch einen Transparenzverlust gekennzeichnet sind, so vor allem Derivate mit einer Bedeutungsverblassung des Suffixes, Komposita mit einer Bedeutungsänderung oder einem generellen Salienzverlust des Grundwortes sowie Abkürzungen. Genussschwankungen sind somit nicht auf okkasionelle Fehlleistungen zurückzuführen, sondern als Indiz für die inhärente Instabilität und Dynamik eines grammatischen Subsystems zu interpretieren.

Fields of Study & Subjects

Syntax Semantics Linguistic Variation Linguistic Variation and Morphology Linguistic research and analysis

Publication details

Journal / source
Muttersprache Vierteljahresschrift für deutsche Sprache
Volume
136
Issue
1
Pages
1–24
Publication date
1 January 2026
Language
DE