Einleitung

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Authors: Manfred Waßner
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Abstract

Waßner "Hört hier jemand zu?" lautet die berechtigte Frage, mit der einer der Vorträge des 83.Südwestdeutschen Archivtags in Landau in der Pfalz betitelt wurde.Und tatsächlich stellen sich diese Frage viele Archive in ihrer täglichen Arbeit, wenn es darum geht, die immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen des Publikums, der Öffentlichkeit, für die Anliegen und Angebote der Archive effektiv zu nutzen und diese bekannt zu machen.Dabei geht es nicht darum, Aufmerksamkeit um ihrer selbst willen zu bekommen, sondern darum, die gesellschaftliche Rolle der Archive in einer Zeit medialer Brüche und zunehmender Beliebigkeit bei der Verbreitung richtiger oder falscher Informationen deutlich zu machen und ins Bewusstsein zu rücken, sich für neue Fragestellungen zu öffnen und auch neue gesellschaftliche Gruppen anzusprechen.Audience Development im klassischen Sinn ist in vielen Kultureinrichtungen, ob in Museen, Theatern oder Konzerthäusern, fast schon ein alter Hut, hat aber in den Archiven -vielleicht aufgrund ihrer besonderen Rolle zwischen Staatsverwaltung und Öffentlichkeit -erst später und zögerlicher Fuß gefasst.Bei der inhaltlichen Vorbereitung der Landauer Tagung haben wir festgestellt, dass unsere "Audience", unser Publikum, in zwei einigermaßen leicht abzugrenzenden Sphären zu finden ist: Neben der gesellschaftlichen Öffentlichkeit in ihrer ganzen Vielfalt ist das die öffentliche Verwaltung, für die Archive als zentraler Partner und Dienstleister in der Informationsverwaltung agieren.Besonders markant treffen beide Sphären in Kommunalarchiven zusammen, wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit in Gestalt gewählter Gremien und Vertretungen der Bürgerschaft, in Gemeinderäten und Kreistagen unmittelbare Mitsprache bei den Aufgaben und Zielen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen ausüben kann.Diese Überlegungen waren der Ausgangspunkt für ein inhaltliches Konzept der Tagung, das den Begriff "Audience" in dieser Weise erweitert definiert und aufzeigt, wie wichtig Audience Development in beide Richtungen ist.Gerade in kommunalen Archiven sind die gegebenen Bedingungen sehr unterschiedlich und damit auch die Gestaltungsmöglichkeiten größer oder kleiner.Allerdings lassen sich trotz dieser Unterschiede Methoden und Werkzeuge übertragen, die im speziellen Rahmen erfolgversprechend erscheinen und umsetzbar sind.Ausgehend von dieser Überzeugung haben wir Referentinnen und Referenten gewonnen, die mit beispielhaften Erfahrungsberichten zeigen, vor welchen Problemen sie gestanden haben und welche Vorgehensweise zum Erfolg beigetragen hat.Im archivischen Alltag geht es dabei häufig um den Spagat zwischen professioneller Bewältigung der fachlichen Pflichtaufgaben und erfolgreicher Außenwirkung, um einen angemessenen Stellenwert in der eigenen Verwaltung und die Wahrnehmung archivischer Arbeit in der Bevölkerung.Beispiele aus größeren Stadtarchiven wie Chemnitz, der Kulturhauptstadt Europas 2025, und Heilbronn zeigen auf, wie archivische Arbeit in der Stadtgesellschaft und in einer breiten kulturellen Landschaft gelingen kann: mit klarer konzeptioneller Linie, intensiver Netz-

Fields of Study & Subjects

Arts Culture and Music Studies Libraries and Information Services Memory History Trauma Identity

Publication details

Journal / source
Werkhefte des Landesarchivs Baden-Württemberg
Pages
9–10
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Book chapter