Was das Randecker Maar erzählt
Abstract
Das Randecker Maar ist ein beliebtes Ausflugsziel, besonders für die Stuttgarter.Man besucht es in der Regel von Weilheim aus und geht zu Fuß an dem gedrechselten Kegelberg der Limburg vorbei über das reizend in das Zipfelbachtal hineingekuschelte Hepsisau durch die Zipfelbachschlucht hoch, in das Maar hinein.Man kann dann eine Albwanderung über Schopfloch zum Römerstein oder über Ochsen- wang, Breitenstein, Diepoldsburg, Sattelbogen, Teck oder auch abgekürzt über den Engelhof nach Unter- lenningen anschließen; alle diese Wanderungen werden von irgendeiner Bahnstation im Lenninger Tal ausgehen und in Weilheim enden.Das Rand- ecker Maar ist aber auch im Kraftfahrzeug zu er- reichen, nur wird man sich da meist die Zeit zu einer geruhsamen Betrachtung und zum Versenken in dieses einzigartige Naturgebilde nicht nehmen.Am Südrand des Maares liegt der Hof Randeck.Davon wird wohl der erste Teil des Namens kommen.Die Bezeichnung Maar stammt aus der Eifel.Dort versteht man darunter Vulkankrater, die von einem See eingenommen werden und von einemWall aus vulkanischen Auswurfmassen umgeben sind.Das alles sieht man am Randecker Maar nicht, nur einen tellerförmigen Kessel von 1200 Meter Durchmesser, fast kreisrund (Abb.1), nur geöffnet gegen die Zipfelbachschlucht.Schon wenn man diese Schlucht hinauf steigt, fällt auf, daß in ihr ein klarer, oft recht wasserreicher Bach das ganze Jahr hin- durch in raschem Lauf in die Tiefe eilt, daß er sich in den Maarkessel hinein fortsetzt und aus mehreren Quellen, die im Maar entspringen, gespeist wird.Diese liegen alle ungefähr 700 Meter hoch, was sonst in dieser Gegend der Alb nicht vorkommt.Die höchste Quelle der Kirchheimer Alb ist die Lindachquelle bei Neidlingen mit 620 Meter.Man kann also schon aus den Wasserverhältnissen des Zipfelbaches schließen, daß hier etwas Besonderes vorliegt, was aus dem Rahmen fällt.In der Tat findet man schon im oberen Teil der Zipfelbachschlucht, sowie an dem Sträßchen zum Maar ein fremdes Gestein, das aus Weißjura und anderenTrümmern sowie einer grauen Grundmasse besteht, die das Ganze zusammenhält (Abb.2).Es ist Basalt- tuff.Die Grundmasse ist basaltische Asche, öfters mit beigemischten kleinen Basaltkügelchen.Obwohl im Maar wenig Aufschlüsse vorhanden sind, steht doch fest, daß der ganze Kesselgrund mit diesem 1. Randecker Maar im Luftbild, von SO gesehen, mit Randeckhof (rechts) und Ziegelhütten (links) im Vordergrund, Ochsenwang und Breitenstein im Hintergrund; rechts die Zipfelbachschlucht, die den Maarkessel anzapfte und heute die Quellwasser aus dem Maar aufnimmt.
Fields of Study & Subjects
Urbanism
Landscape
and Tourism Studies
Geotourism and Geoheritage Conservation
Travel Writing and Literature
Publication details
- Journal / source
- Schwäbische Heimat
- Volume
- 1
- Issue
- 3
- Pages
- 123–129
- Publication date
- 24 February 2026
- Language
- DE