Leben und Wirken des Waldenserschulmeisters Jean Henry Perrot (1798–1853) aus Nordhausen

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Authors: Albert de Lange, Kay Weidenmann
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Abstract

Der Waldenserschulmeister Jean Henry Perrot wurde 1798 im Waldenserdorf Nordhausen im Zabergäu geboren.Er wuchs dort auf, verbrachte jedoch sein ganzes Berufsleben in der Waldenserkolonie Neuhengstett in der Nähe von Calw, wo er 1853 starb.Während seines Lebens schrieb er zahlreiche Briefe.Zwanzig seiner Briefe, alle in französischer Sprache, sind kürzlich wissenschaftlich ediert und übersetzt worden 1 .Sie sind mit die wichtigsten Zeugnisse über das Alltagsleben und das Identitätsverständnis der württembergischen Waldenser im 19.Jahrhundert und erzählen von ihrer schwierigen Lage nach der Eingliederung in die lutherische Landeskirche -verbunden mit dem Verschwinden der französischen Schul-, Kirchen-und Amtssprache in den württembergischen Waldenserkolonien.In diesem Beitrag sollen Leben und Wirken von Jean Henry Perrot in einer Übersicht dargestellt werden.Es folgt zuerst das Wenige, was über die Vorfahren von Jean Henry Perrot bekannt ist (1) und die Beschreibung seiner Jugendzeit in Nordhausen bis zu seiner Berufung nach Neuhengstett (2).Die folgenden Abschnitte sind der Arbeit Perrots als Schulmeister und Vorsänger 2 in Neuhengstett (3) und seiner Familie (4) gewidmet.Anschließend werden Eckpunkte von Perrots Korrespondenz mit waldensischen Briefpartner im Piemont vorgestellt (5).Perrot stand auch in Kontakt mit einigen deutschen Historikern, unter anderem mit Christoph Ulrich Hahn aus Bönnigheim (6).1845 organisierte Jean Henry Perrot ein gemeinsames Treffen der württembergischen Waldenser (7).Der letzte Abschnitt ist Perrots Lebensende und seiner Bedeutung für das württembergische Waldensertum gewidmet (8). 1. Die Vorfahren von Jean Henry Perrot Die Vorfahren von Jean Henry Perrot 3 stammten aus Laux aus dem Pragelatal (heute Piemont), das bis 1713 zu Frankreich gehörte.Der Weiler selbst gehörte kirchlich und politisch zu Usseaux und liegt etwas unterhalb des Hauptorts auf 1350 m Höhe unweit einem kleinen See, dem das Dorf seinen Namen verdankt.Die Bevölkerung des Dorfes war seit dem Mittelalter waldensisch geprägt und schloss sich in den Jahren 1555-1564 fast vollständig der Reformation Genfer Prägung an.Zeitschrift des Zabergäuvereins Heft 2, Jahrgang 2013, Heimatblätter aus dem Zabergäu (Jean) Pierre Perrot, also Jean Henrys Großvater, der 1697 zur Welt kam, war nicht nur Bauer, sondern übte 1722-1726 auch das Amt des Schulmeisters in Nordhausen aus 8 .Er wurde außerdem zum Schultheiß 9 und zum ancien (Kirchenältesten) gewählt 10 .(Jean) Pierre heiratete zweimal, zuerst 1719

Fields of Study & Subjects

Reformation and Early Modern Christianity Biographical and Historical Analysis Historical Education Studies Worldwide

Publication details

Journal / source
Zeitschrift des Zabergäuvereins
Issue
2
Pages
1–16
Publication date
4 March 2026
Language
DE