Zur Frühgeschichte von Freudenstadt

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Authors: Otto Herding
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Abstract

werden.Solche Brüche gibt es in größerer Zahl rings um die Stadt.Auf den oben erwähnten Verwerfungsspalten sind aber auch Schwerspat, Quarz und Erze aufgestiegen und ausgeschieden worden.Man nennt sie "Gänge": Das Silber wurde selten gediegen, meist als Glaserz und Rotgültigerz gewonnen.Aus dem Silber wurden die "sehr zierlich geprägten Zwey-Gulden-Taler" hergestellt.Es stammte aus Zechen im St. Christophs-Tal (Ferdinand, Dorothee, Haus Württemberg) und vom "Himmlischen Heer" bei Hallwangen.Glaserz ist Schwefelsilber, die Rotgültigerze enthalten außer Silber und Schwefel noch Arsen oder Antimon.Nebenbei wurde auch Kobalt (zur Herstellung einer blauen Farbe besonders im Glas) und Kupfer gewon- nen.Um 1770 hörte der Bergbau auf.Außer diesen edlen Erzen wurden auch Eisenerz- gänge abgebaut und in Friedrichtstal und Christophs- tal verhüttet.Später verhüttete man die wohl in tertiärzeitlichen eisenhaltigen tiefroten Lehmen ent- standenen Bohnerze von Fluorn und Dornhan.Doch wurden diese Erze wegen ihres hohen Phosphatgehaltes und mit Rücksicht auf sonstige Verunreini- gungen (nur 16% Eisen) nicht besonders geschätzt.Die Verhüttung von Eisen hörte auch schon im 18. Jahrhundert auf.Die entstandenen Hammerwerke bezogen ihr Roheisen.Es entstand eine beachtliche Eisenindustrie, zum Beispiel eine Sensenfabrik.Auch in Freudenstadt selbst siedelten sich Nagelund Mes- serschmiede an.Somit geht also die heutige Metall- industrie der Freudenstädter Gegend auf einen Bergbau zurück, der längst aufgehört hat.Zur Frühgeschichte von Freudenstadt VON OTTO HERDING Unsere älteren Städte lassen, wo es gut geht, ihre Frühgeschichte mühsam erschließen.Bei einer so späten Gründung wie Freudenstadt verhält es sich anders: da sind nicht nur die Bauten, sondern auch die schrift- lichen Quellen gesprächig.Das heutige Wiedererste- hen der Stadt lenkt unwillkürlich den Blick zurück zum Beginn des 17.Jahrhunderts, wo sie zum ersten- mal geplant und gebaut, ihr Platz "aus der Wüstenei, Waldung und Einöde" herausgeschnitten wurde.Ge- sprächig sind die Quellen und doch nicht einstimmig!Von verschiedenen Motiven sind die ersten Jahrzehnte der neuen Gründung erfüllt, sie treten mit wechseln- der Stärke hervor, widerstreiten sich manchmal.Gehen wir ihnen ein Stück weit nach, indem wir die Quellen

Fields of Study & Subjects

Ancient and Medieval Archaeology Studies Medieval European History and Architecture Urbanism Landscape and Tourism Studies

Publication details

Journal / source
Schwäbische Heimat
Volume
3
Issue
1
Pages
24–28
Publication date
23 February 2026
Language
DE