Pogromstimmung im 20. Jahrhundert

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Authors: Manfred Göpfrich-Gerweck
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Abstract

Die Presse am Pranger -die Presse als Pranger Bereits 1932, aber spätestens nach der erfolgreichen Wahl der Nationalsozialisten 1933 verdrängte im Raum Heilbronn wie überall im Reich die nationalsozialistische Parteipresse die seitherigen Zeitungen.Die neuen Zeitungen fungierten von Anfang an als Druckmittel von der Straße, als Organ und vermeintliche Stimme des "Volkswillens".Als Sprachrohr einer sich revolutionär gebenden Bewegung, die mit der ungeliebten und gebetsmühlenhaft herabwürdigend denunzierten Weimarer Republik (gerne mit dem abwertenden Suffix-istisch: nihilistisch, internationalistisch, modernistisch, liberalistisch, pazifistisch, marxistisch, aber auch kapitalistisch etc.) aufräumen wollte.In der betonten Unschärfe und Widersprüchlichkeit der verwendeten politischen Begriffe und Schlagworte, in denen sich konservative, sozialistische, nationalistische Ideen und Gedanken bunt mischten, konnten sich viele politische Strömungen wiederfinden, zumal der Führer als verbindendes Element Halt und Stabilität versprach.Auch offen aggressiver Rassismus und Antisemitismus war damit für manchen konservativen Gegner der gehassten Weimarer Demokratie bedenkenlos tolerabel oder wurde billigend in Kauf genommen.Die Grundtendenz allen Handelns und Sagens folgte ganz im Sinne des Freund-Feind-Denkens einer rigorosen Ausgrenzungsstrategie.Die sofort nach der von der NSDAP gerne so genannten Machtergreifung mit allen Mitteln vorangetriebene "Gleichschaltung" auf allen Ebenen der Gesellschaft folgte diesem Mechanismus.In Heilbronn verdrängte so das seit 1932 erscheinende Heilbronner Tagblatt der NSDAP die Neckarzeitung und erreichte schließlich das Monopol.Auch der von Georg Kohl in Brackenheim für den Oberamtsbezirk herausgegebene Zaberbote erlitt dieses Schicksal.Seit 1933 wurde von Heilbronn aus für das Zabergäu die Zaberwacht vertrieben.Bei der Beseitigung der alten Zeitungen setzten die Nationalsozialisten alle zur Verfügung stehenden Mittel und Methoden ein.Wo ein sofortiges Verbot etwa auf der Grundlage des "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" (Ermächtigungsgesetz vom 23.3.33)noch nicht möglich oder opportun war, wurden die Zeitungen wirtschaftlich bekämpft, indem man die Inserenten aus Handel und Gewerbe massiv beeinflusste, nur noch bei ihnen zu inserieren und den Anhängern und Lesern unmissverständlich nahe legte, nur bei ihren Inserenten zu kaufen. 1

Fields of Study & Subjects

European history and politics German legal social and political studies Media Journalism and Communication History

Publication details

Journal / source
Zeitschrift des Zabergäuvereins
Issue
2
Pages
19–26
Publication date
3 March 2026
Language
DE