Burgen in Schwaben und Franken
Abstract
Nur einer der vielen Gesichtspunkte, unter denen wir die Burg betrachten können, ist der der Form.Wenn man indessen etwa von unserer Zeit nicht mehr kennen würde als ihre Bauformen, so würde es möglich sein, aus diesen auf unsere Lebensinhalte zu schließen.So sind auch Burgen Zweckbauten, in denen sich der Wille des Bauherrn ausdrückt, eine seinen besonderen Lebensumständen und Wohnbedürfnissen gemäße Umwelt zu schaffen.Über die gestaltkundliche, morphologische Betrachtungsweise wird sich der Weg zunächst zur Erkenntnis der Ge- staltzusammenhänge, der verschiedenen Formgrup- pen, also zum Typologischen eröffnen.Es wird mög- lich sein, das verwirrende Bild der Burgen unserer Heimat zu ordnen, bestimmte Burgtypen mit Varian- ten herauszustellen, die ihr Gepräge jeweils anderen geschichtsbildenden Kräften verdanken, und schließ- lich die Erscheinung der Burg als Geschichtsdenkmal zu verstehen.Wenn wir die Burg Katzenstein, die dem "Idealbild" einer hochmittelalterlichen Burg nahekommt, auf die verschiedenen Züge ihres Gesichtes befragen, so wären zu nennen: die Lage auf einem meist durch einen Halsgraben abgeschnittenen Bergspom, die Ringmauer, die an diese angelehnten Gebäude -mit Scheidung in die der unteren Vorburg und die der oberen Hauptburg -und schließlich der Bergfried, der als Wohnturm entwickelt sein kann.Der Brauch, eine Höhe durch eine Ringmauer in eine Burg zu verwandeln, läßt sich bei uns bis in das 5. vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgen; erin- nert sei an die Heuneburg bei Hundersingen l und Burg Katzenstein auf dem Härdtsfeld
Fields of Study & Subjects
Historical
Literary
and Cultural Studies
Medieval History and Crusades
Historical and Archaeological Studies
Publication details
- Journal / source
- Schwäbische Heimat
- Volume
- 9
- Issue
- 2
- Pages
- 42–49
- Publication date
- 7 January 2026