Sankt Martin in Neckartailfingen

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Authors: Ernst Müller
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Abstract

Nürtingen gehörende Pfarrkirche die Weihe einer ausgedehnten und sorgfältigen Erneuerung.Archi- tekten und der Renovator hatten den Auftrag, den Zustand des mittelalterlichen Monasteriums so gut wie möglich wiederherzustellen.Landeskirche, Ge- meinde und Staat haben mit Recht eine ansehnliche Summe investiert, um diesen Kirchenbau, der heute neben Alpirsbach, Sankt Aurelius in Hirsau, Groß- und Kleinkomburg in Württemberg zu den wenigen erhaltenen Bauten aus dem Kreis der einst blühenden Hirsauer im 11. und 12. Jahrhundert als ein besonders schätzbares Kleinod gehört, wieder ins Mittelalterliche zu integrieren.Im großen handelt es sich um eine Reinigung, nicht um eine Erneuerung, wenn man von Kanzel, Gestühl und Altartisch absieht.Die nun fast 50 Jahre alte Forderung erfüllte sich: die lästigen, das Raumbild völlig zerstörenden Emporen aus der evangelischen Zeit der Kirche und die an sich gut gemeinten Über- malungen im Chor (1904) sind restlos entfernt wor- den.Die Tätigkeit am Chor hat dann überraschend ein Positivum von hoher Bedeutung ergeben: der ursprüngliche Freskenzyklus in der Ostpartie ist zu Dreivierteln in den alten Farben bloßgelegt worden.Bestimmt man nach der Stilart die Malereien in die Jahrzehnte zwischen 1280 und 1310, so hat man einen für die nachstaufische Zeit in württembergischen Kirchen höchst seltenen kunstgeschichtlichen und kul- turgeschichtlichen Wert dazu gewonnen.Es lohnt, auf den Bau und auf die Ergebnisse der Erneuerung noch einmal einzugehen und schwebende Fragen zu stellen und zu lösen.Mettlers bis heute gründlichste stilgeschichtliche Untersuchung (Württ.Vierteljahrshefte 1917) gibt in Ermangelung von Urkunden als Bauzeit die Spanne zwischen 1110 und 1130 an.Auf die Frühzeit Neckartailfingens deutet eine Notiz des Codex Hirsaugiensis und der Ortlieb-Chronik, daß um 1090 das Kloster Hirsaualso in den letzten Lebensjahren seines großen Abtes Wilhelms des Seligen und auf der Höhe von dessen Einfluß auf den schwäbischen Hochadelvon den Grundherren, den zur Gregorianerpartei haltenden Grafen Kuno und Liutolf von Achalm-Urach einen Anteil an der Kirche und an- sehnlichen Besitz im Dorf erhalten hat.Weller (Kir-

Fields of Study & Subjects

Medieval History and Crusades Historical Literary and Cultural Studies Religion Theology and Education

Publication details

Journal / source
Schwäbische Heimat
Volume
9
Issue
2
Pages
50–54
Publication date
7 January 2026