Fränkische Gerichtslinden im Kreis Künzelsau
Abstract
Dort, an des Kochers schönem Gestade, wo sich des Dorfes Häuser dehnen vom Fuße des Berges herab zu dem Tale und sich ergießet ein murmelnderBach von der Höhe, um zu vermählen die rieselnde Flut mit dem rauschenden Flusse; dort, wo sich endet der Gürtel des Kochers, am anderen Ufer stehet die Linde, einst in glücklichen Tagen der Vorzeit von den Vätern des Dorfes gepflanzt, das Criesbach ge- nannt wird."-So beschreibt der Ingelfinger Dichter K. K. A. Wahn 1826 die Lage Griesbachs und seiner alten Centgerichts-Linde, die nach der Neuenstadter Linde einst die mächtigste in Württemberg war, mit 9 m Stammumfang in Brusthöhe.Sie hatte sieben Äste von etwa 1 m Durchmesser, die nach den Wochentagen gezogen worden waren.Der zentrale vertrat den Sonntag.Die übrigen waren bis auf den "langen Samstag" etwa von gleicher Größe.Bild 1 zeigt den altehrwürdigen Baum, der 1909 durch einen Wirbelsturm stark beschädigt wurde und damals schon gipfeldürr und innerlich morsch war.Am 9. Oktober 1926, morgens um 2 Uhr, knickte ein Südweststurm den hohlen Stamm dicht über dem Boden ab.Inzwischen bildete der Stumpf jedoch wie- der eine Krone, die sich ständig weiter vergrößert. 1. Die Criesbacher Linde nach dem Wirbelsturm von 1909
Fields of Study & Subjects
Historical Legal Studies and Society
Historical Influence and Diplomacy
Reformation and Early Modern Christianity
Publication details
- Journal / source
- Schwäbische Heimat
- Volume
- 9
- Issue
- 2
- Pages
- 55–59
- Publication date
- 7 January 2026