Karl Eugen gegen Friedrich
Abstract
Nägeln, den sogenannten "Schindelstiften", auf die Holzverschalung auf -eine Reihe auf die andere.Die Schindeln dürfen mit dem abgerundeten Ende immer etwa eine halbe Handbreite (4-6 cm) untereinander hervorschauen.Sie dürfen aber niemals "blöken", wie man sagt, d. h.nicht abstehen, sondern müssen immer "satt" und dicht aufliegen, damit Kälte, Regen und Wind nicht eindringen können.Um gegen den Wind ganz gut abzudichten, wird manchmal auch noch Dachpappe unterlegt.Eine richtige Verschinde- lung soll 100 Jahre halten, wenn der Olanstrich regelmäßig wiederholt wird.Außer den "Täferschindeln", von denen immer 2000 in einen Sack kommen, gibt es auch noch die "Ziegelschindeln" und die "Dachschindeln", mancherorts auch "Lander" genannt.Die Ziegelschindeln, die man unter zwei nebeneinander liegende Dachziegel steckt, damit der Spalt abgedichtet wird, werden in Bün- deln zu 500 Stück verkauft.Durch alle möglichen neuartigen Ziegel werden sie immer mehr verdrängt.Die Dachschindeln sind gesägte Brettchen und gelten oder galten als Ziegelwerk.Die Maschine hat das Handwerk überall stark ver- drängt.Aber trotz allem, das alte Schindelmacher- handwerk in Busenweiler lebt noch.Freilich, früher war es viel schöner, sagen die Alten, da ist man noch mit den Schindeln mit Pferd und Wagen hinaus- gezogen, ja oft sogar weit ins Badische, Württem- bergische oder Hohenzollerische gelaufen.Selbst wenn eine Eisenbahn ging, hat man das Fahrgeld gespart und lieber ein paarmal unterwegs eingekehrt.In der "Linde" in Dornhan wurde oft spät nachts gewartet, bis die Busenweilemer Schindelmacher auf ihrem meist sehr weiten Heimweg vorbeikamen und dann einkehrten.Da wurde dann gevespert, gesungen und getanzt.Überhaupt ging es früher auch beim Schindelmacherhandwerk recht fröhlich zu.Winters wurden in der großen Stube die Schindeln hergestellt.Da saßen dann die Schindelmacher an ihren Schneidböcken nebeneinander, sangen, erzählten und lachten.Oft war die Stube so voll von Holzrugeln, Schindeln und Werkzeugen, daß "d'Muadder net amol gwißt hot, mo se 's Essa 'nastella soll."
Fields of Study & Subjects
German Literature and Culture Studies
European Political History Analysis
Central European and Russian historical studies
Publication details
- Journal / source
- Schwäbische Heimat
- Volume
- 9
- Issue
- 2
- Pages
- 66–69
- Publication date
- 7 January 2026