Die Blätter werden braun
Abstract
In ihrem Referat für den "Stammtisch" des Zabergäuvereins im Juli 2012 über das "Dritte Reich" fragte die Güglinger Schülerin Judith Daniels, eine mit einem Preis gewürdigte Schülerin des Brackenheimer Gymnasiums: "Wie, gab es das auch bei uns?" Vorliegender Aufsatz -verfasst von einem, der als Kind einige Jahre des "Dritten Reichs" durchaus bewusst erlebte -sucht für unseren Verein die Antwort auf ihre Frage.Der Zabergäuverein, der sich wegen seiner Verbundenheit mit den Menschen, der Natur und Kultur unserer Heimat Zabergäu als humanistisch und weltoffen fühlt, muss sich selbst überprüfen: "Gab es das auch bei uns?" Dieser Aufsatz will exemplarisch zeigen, wie Irrtümer einzelner Personen (deren Veröffentlichung niemand erzwungen oder auch bloß veranlasst hat) und schweigendes Zulassen der Satzungswidrigkeit dieser Schreibtätigkeit durch andere Verantwortliche einer verbrecherischen Diktatur selbst in einem idealistischen Verein, der "die planmäßige Erforschung der Zeit-und Sittengeschichte und der Natur des Zabergäugebiets und seiner Ausläufer" und die "Pflege edler Geselligkeit" zur Aufgabe erhoben hatte, Gehör verschaffen und Vorschub leisten konnten.Es geht hier nicht darum, einen Sündenbock 1 in die Wüste zu schicken, sondern zu zeigen, wie leicht durch völlig kritiklose Anpassung an den "Zeitgeist" menschliche Werte mit Füßen getreten werden können, und dass das Festhalten an moralischen Grundsätzen gerade in unsicheren Zeiten unerlässlich ist, will man die Menschlichkeit bewahren, die sich in den Bestrebungen des Zabergäuvereins immer ausgedrückt hat. Bis Ende 1935Der Zabergäu-Verein erklärte in seiner Satzung von 1925 2 in § 1 als seine (vom Vorgängerverein "Altertumsverein im Zabergäu") übernommene Aufgabe "die planmäßige Erforschung der Zeit-und Sittengeschichte und der Natur des Zabergäugebiets und seiner Ausläufer".Er verband damit "die Bestrebungen und Aufgaben eines Verschönerungsvereins, Hebung des Fremdenverkehrs und Pflege edler Geselligkeit"; "in Verfolgung des erstgenannten Zweckes gibt der Verein eine eigene Zeitschrift heraus …".Die Herausgabe dieser "Zeitschrift des Zabergäuvereins" wurde in die Hände von Karl Schlenker, ab 1905 Pfarrer in Leonbronn, gelegt.Die selbst gestellten Aufgaben des Vereins dokumentierte Schlenker (seit 1925 von Dürnau, ab 1931 von Geislingen an der Steige aus) bis zu seinem Tode 1935 mit geschickter Auswahl der Verfasser, unter ihnen Forstmeister Linck in Güglingen, der nach dem Zweiten Weltkrieg lange Jahre dem Verein vorstehen sollte.Die Zeitschrift wurde bei Georg Kohl in Brackenheim gedruckt.Heft 2 des Jahrgangs 1935 erschien als letztes unter Schlenkers Redaktion.Immer schon hatte die Zeitschrift alle paar Jahre ihr Aussehen leicht geändert, So wurde die Schrift des Titels verändert; eine Zeitlang war das Titelblatt mit Holz-und Linolschnitten des Eibensbachers Wilhelm Hans Wöhr geziert, davor und danach mit Fotografien.Gemeinsam blieb immer der weiße Umschlagkarton.
Fields of Study & Subjects
German legal
social
and political studies
European history and politics
German History and Society
Publication details
- Journal / source
- Zeitschrift des Zabergäuvereins
- Issue
- 2
- Pages
- 5–17
- Publication date
- 26 February 2026
- Language
- DE