Das Krankheitsbild der Methotrexat induzierten Osteopathie – Analyse von Betroffenen im Vergleich zu alters- und geschlechtsabgestimmten Methotrexat-Behandelten ohne Osteopathie
Abstract
Background: Methotrexat (MTX) ist ein weit verbreitetes Medikament zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen. Neben seinen bekannten therapeutischen Wirkungen und Nebenwirkungen kann MTX jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen auf den Knochenstoffwechsel haben, darunter die Entwicklung einer Methotrexat-induzierten Osteopathie. Die seltene aber klinisch relevante Komplikation ist durch ein erhöhtes Risiko für Stressfrakturen insbesondere der distalen Tibia, des Calcaneus und der Mittelfußknochen charakterisiert. In bis zu über 50% der Fälle sind beide untere Extremitäten betroffen. Frühere Studien haben gezeigt, dass MTX sowohl die Knochenbildung hemmt als auch den Knochenabbau fördert, was zu einer verminderten Knochenmasse und -qualität führen kann. Die zugrunde liegenden Mechanismen und Risikofaktoren für die Entstehung dieser Erkrankung sind jedoch bislang nicht vollständig geklärt, was die Diagnosestellung und das Management erschwert, insbesondere in Abgrenzung zu anderen Knochenerkrankungen wie beispielweise der primären und sekundären Osteoporose. Objective/Purpose: Das Ziel dieser Arbeit ist es, systematisch die Risikofaktoren zu identifizieren, die das Auftreten einer Methotrexat-induzierten Osteopathie begünstigen, und deren Bedeutung für die Krankheitsentstehung zu analysieren. Hierzu wurden Patient*innen mit nachgewiesener Methotrexat-Osteopathie mit einer alters- und geschlechtsabgestimmten Kontrollgruppe nicht betroffener Patient*innen verglichen. Die Untersuchung umfasst klinische, medikamentöse, laborchemische und individuelle Faktoren wie Begleiterkrankungen und Knochenmineraldichte. Methods: In dieser retrospektiven Fall-Kontroll-Studie wurden die Daten von 33 Patient*innen aus dem Endokrinologikum Göttingen mit Methotrexat-induzierter Osteopathie (=Hauptgruppe) mit einer Kontrollgruppe von alter- und geschlechtabgestimmten Patient*innen (Verhältnis 3:1) verglichen, die MTX ohne klinische Anzeichen einer Osteopathie einnahmen (n=99). Aus den Patient*innenakten wurden klinische Basisdaten, medikamentöse Therapie, laborchemische Parameter sowie Begleiterkrankungen und Knochenmineraldichte erhoben. Ebenfalls wurden Scores zum Frakturrisiko wie der FRAX-Score und der DVO-Frakturrisikorechner berechnet. Die statistische Analyse erfolgte mittels deskriptiver Statistik, verschiedener statistischer Tests und Korrelationsanalysen mit IBM SPSS (Version 30.0.0.0). Results: Von den 132 teilnehmenden Patient*innen waren 94% weiblich. Die Hauptgruppe mit Methotrexat- induzierter Osteopathie erhielt signifikant häufiger MTX subkutan, während in der Kontrollgruppe orale oder sequentielle Einnahme überwog (p
Fields of Study & Subjects
Bone health and osteoporosis research
Rheumatoid Arthritis Research and Therapies
Drug-Induced Ocular Toxicity
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis