Proinflammatorische Zytokine und vitale Erschöpfung bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren

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Authors: Iraz Yüksel
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Abstract

Die Entwicklung einer Herzinsuffizienz wird nicht mehr ausschließlich als Erkrankung des Herzens betrachtet. Neben klassischen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Tabakkonsum, arterieller Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Adipositas und Bewegungsmangel werden auch biologische Risikofaktoren, darunter erhöhte Spiegel inflammatorischer Biomarker wie die Zytokine Interleukin-1β, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α und psychosoziale Risikofaktoren beschrieben. Zu letzteren zählen unter anderem psychologischer Stress (akut, episodisch oder chronisch), Persönlichkeitsmerkmale wie die Typ-D-Persönlichkeit, negative Affekte, ein niedriger sozioökonomischer Status sowie mangelnde soziale Unterstützung. Unter den psychosozialen Risikofaktoren stellt die vitale Erschöpfung einen signifikanten unabhängigen Prädiktor der koronaren Herzkrankheit und einen relevanten Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse dar. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Zusammenhänge zwischen vitaler Erschöpfung und ausgewählten pro- und antiinflammatorischen Zytokinen bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren zu untersuchen. Die vorliegende Arbeit ist ein Teilprojekt der MedViP-Studie (Medizinische Versorgung in der Praxis), einer prospektiven Beobachtungsstudie an der Universitätsmedizin Göttingen. In die Analysen wurden 356 allgemeinärztliche Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz eingeschlossen, die umfassend kardiologisch (einschließlich Echokardiografie) und psychometrisch untersucht wurden. Die Typ-D-Persönlichkeit wurde mithilfe der DS14, die vitale Erschöpfung anhand des Maastricht-Fragebogens erfasst. Anhand der Summenscores des Maastricht-Fragebogens wurden Patienten mit hoher und niedriger Ausprägung der vitalen Erschöpfung unterschieden. Bei vital erschöpften und nicht vital erschöpften Patienten wurden die Serumkonzentrationen der proinflammatorischen Zytokine Interleukin-1β, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α und des antiinflammatorischen Zytokins Interleukin-10 bestimmt. Die Auswertung erfolgte auf Grundlage der Baseline-Daten sowie der Follow-up-Daten nach einem Jahr. In der untersuchten Stichprobe zeigten sich Zusammenhänge zwischen vitaler Erschöpfung und ausgewählten Zytokinen, während sich für andere Zytokine keine entsprechenden Assoziationen ergaben. Darüber hinaus bestanden Zusammenhänge zwischen vitaler Erschöpfung sowie psychosozialen und klinischen Merkmalen. In multivariaten Analysen erwiesen sich neben dem Geschlecht und dem Body-Mass-Index insbesondere psychosoziale Faktoren als relevante Prädiktoren der vitalen Erschöpfung. In der Längsschnittbetrachtung zeigten sich Veränderungen des Erschöpfungsgrades über den Zeitraum von einem Jahr, die im Zusammenhang mit biologischen und klinischen Parametern analysiert wurden. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit beschreiben Zusammenhänge zwischen vitaler Erschöpfung sowie psychosozialen Faktoren und ausgewählten pro- und antiinflammatorischen Zytokinen bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren.

Fields of Study & Subjects

Cardiac Health and Mental Health Cardiac Fibrosis and Remodeling Tryptophan and brain disorders

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis