Qualitative Untersuchung und Konzeptentwicklung zur interprofessionellen, personenzentrierten Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung von Personen mit Pflegebedarf in der Häuslichkeit
Abstract
Hintergrund: Menschen in Deutschland äußern häufig den Wunsch, bei Pflegebedürftigkeit zu Hause versorgt zu werden. Da absehbar ist, dass durch die demografische Alterung der Bevölkerung die Zahl von Personen mit Pflegebedarf steigen wird, führt dieser Wunsch zu wachsenden Herausforderungen in der häuslichen Gesundheitsversorgung. In diesem Setting gewinnt die interprofessionelle Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung, um eine optimierte und personenzentrierte Versorgung mit den an der Versorgung beteiligten Professionen zu ermöglichen. Es fehlen bislang jedoch Erkenntnisse zur Umsetzung von (guter) interprofessioneller Zusammenarbeit von Hausärzt*innen, Pflegefachpersonen und Therapeut*innen (Ergo-, Physiotherapeut*innen, Logopäd*innen) in der ambulanten Versorgung pflegebedürftiger Personen in Deutschland. Ebenso gibt es aktuell keine Versorgungskonzepte für die Gesundheitsversorgung zuhause, die diese professionell Versorgenden sämtlich einbinden. Zielsetzung: Eingebettet in die multizentrische Studie interprof HOME (Entwicklung eines interprofessionellen personenzentrierten Versorgungskonzeptes für in der Häuslichkeit lebende Patient*innen) untersucht die vorliegende Arbeit, wie die interprofessionelle Zusammenarbeit von Personen mit Pflegebedarf, An-/Zugehörigen, Pflegefachpersonen, Hausärzt*innen und Therapeut*innen in der momentanen Gesundheitsversorgung zuhause wahrgenommen wird (Artikel 1). Die Erkenntnisse fließen, neben den Erkenntnissen aus anderen Workpackages, in die Entwicklung eines interprofessionellen, personenzentrierten Versorgungskonzepts ein, welches in Artikel 2 beschrieben wird. Methodik: Für die Auswertungen zur Perspektive auf die momentane Zusammenarbeit wurden leitfadengestützte Einzelinterviews mit 20 Personen mit Pflegebedarf und 21 An-/Zugehörigen sowie neun monoprofessionelle Fokusgruppen, je drei mit Vertreter*innen jeder Berufsgruppe (17 Pflegefachpersonen, 14 Hausärzt*innen, 21 Therapeut*innen), geführt. Die Datenauswertung erfolgte inhaltsanalytisch nach Kuckartz (1) (Artikel 1). Die Erkenntnisse flossen in die weiteren Entwicklungsschritte des Versorgungskonzepts (Artikel 2) ein. Zunächst wurden sie für die Entwicklung der Leitfäden für gemischte Fokusgruppen verwendet, an denen Personen mit Pflegebedarf, An-/Zugehörige, Pflegefachpersonen, Hausärzt*innen und Therapeut*innen teilnahmen. Die Erkenntnisse hieraus wurden wiederum mit den Ergebnissen von Best Practice Beispielen von ärztlichen und pflegerischen Hausbesuchen und denen eines Surveys mit Personen mit Pflegebedarf, An-/Zughörigen, Pflegefachpersonen, Hausärzt*innen und Therapeut*innen zusammengeführt und multiperspektivisch ausgewertet (gemischte Fokusgruppen: inhaltsanalytisch, Best Practice Cases: nach den Prinzipien der Grounded Theory, orientiert am Gioia-Approach, Survey: statistisch-deskriptiv). Daran anschließend wurden in einem Expert*innenworkshop die wesentlichen Komponenten des Versorgungskonzepts auf Basis der Lösungsansätze aus den gemischten Fokusgruppen entworfen. In einem abschließenden Co-Creation Workshop wurden die Komponenten mit Personen mit Pflegebedarf, An-/Zugehörigen, Pflegefachpersonen, Hausärzt*innen und Therapeut*innen diskutiert und endgültig festgelegt (Artikel 2).
Fields of Study & Subjects
Interprofessional Education and Collaboration
Interdisciplinary Research and Collaboration
Geriatric Care and Nursing Homes
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis