Auf der Suche zwischen Leben und Tod

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Authors: Thorsten Schulte
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Abstract

Februar 2025. Für mich begann die Zeit des Alterns, der Krankheiten, mit vierzig, so scheint es mir rückblickend. Zu früh, aber so ist es nun einmal, denke ich. Ich stehe vor dem Spiegel und sehe, dass sich mein Haar allmählich lichtet. Dabei erzählte ich stets, dass mein Großvater und mein Vater ebenfalls hohe Geheimratsecken bekamen, das Haupthaar aber bis ins hohe Alter den ganzen Kopf bedeckte. Diese Erzählung kann ich nun archivieren, der Haarausfall hat sie überholt. Erste Falten ziehen sich durch mein Gesicht. In meinen Ohren rauscht es seit einem Hörsturz. Einen Bandscheibenvorfall habe ich hinter mir. Der Rücken fühlt sich verhärtet und zugleich nicht mehr stabil an. Wenn ich näher an den Spiegel trete, sehe ich außerdem selbst einen Schleier, der sich auf meinen Blick gelegt hat. Ich weiß, dass ich früher grundsätzlich gut gelaunt gewesen war. Eigentlich hatte ich fast immer gute Laune. Nun bin ich eher gleichgültig und traurig. Abgehärmt und ausgezehrt.

Fields of Study & Subjects

Autobiographical and Biographical Writing Aging and Gerontology Research Aging Elder Care and Social Issues

Publication details

Pages
29–53
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Book chapter