Die emanzipierte Stadt - (k)eine Utopie?! Untersuchung eines intersektional feministischen Ansatzes am City C in Leverkusen
Abstract
Die Masterarbeit Die emanzipierte Stadt – (k)eine Utopie?! untersucht physische und soziale Zusammenhänge von Raum und Gender. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Annahme, dass (Stadt)Raum nicht ausschließlich als physische Struktur zu verstehen ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse und soziale Ordnungen widerspiegelt und reproduziert. Im Fokus steht eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden räumlichen Strukturen sowie die Entwicklung alternativer Ansätze für einen emanzipierten (Stadt)Raum. Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil, eine analytische Untersuchung sowie einen darauf aufbauenden Entwurf. Für die theoretische Grundlage dient ein intersektional feministischer Ansatz. Unter der Betrachtung von Gender und Raum wurden die öffentliche und private Sphäre sowohl historisch als auch in ihrer gegenwärtigen Ausprägung analysiert. Aus diesen Untersuchungen wurden sechs Thesen für einen emanzipierten (Stadt-)Raum abgeleitet. Ergänzend dazu wurde die Ebene des gemeinsamen Raums eingeführt, um vergeschlechtlichte Strukturen in der öffentlichen und privaten Sphäre aufzubrechen. Diese Ebene fungiert als Verhandlungsraum, in dem bestehende Grenzen aufgeweicht werden. Als räumliches Untersuchungsgebiet reale Utopie dient das City C, eine von Leerstand geprägte Einkaufspassage in der Leverkusener Innenstadt. Geplant in den 1970er-Jahren und geprägt durch das Leitbild der autogerechten Stadt bietet der Betrachtungsraum des City C’s die Möglichkeit, Defizite, wie sexistische Strukturen, bestehender Stadtplanung aufzuzeigen.Dafür wurde die Analyse durch die Methode des Critical Mappings ergänzt. Dabei werden Aspekte wie Sicherheit, Care, Repräsentation und Anerkennung, Teilhabe und Aneignung sowie Selbstbestimmung untersucht. Diese Analyseebenen ermöglichen eine differenzierte Betrachtung des Stadtraums aus einer genderreflektierten Perspektive und machen bislang wenig beachtete räumliche Ausschlüsse und Ungleichheiten sichtbar. Die aus Theorie und Analyse gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem konzeptionellen Entwurf zusammengeführt. Die entwickelten Thesen wurden in räumliche und funktionale Strategien übersetzt. Der gemeinsame Raum manifestiert sich dabei in unterschiedlichen Maßstäben zwischen verschiedenen Nutzungen, beispielsweise im Zusammenhang mit Wohnformen und der Kollektivierung von Care-Arbeit. Der Entwurf versteht bestehende Strukturen nicht als unveränderlich, sondern als verhandelbar und transformierbar. Durch das kritische Hinterfragen des Status quo und das Sichtbarmachen räumlicher Alternativen wird aufgezeigt, wie eine klare konzeptionelle Haltung zur Entwicklung eines emanzipierten, diversen, inklusiven sowie sorgenden (Stadt)Raums beitragen kann.
Fields of Study & Subjects
Gender Studies and Social Issues
Geography and Education Methods
Urban Planning and Governance
Publication details
- Journal / source
- ePublications (Technical University of Cologne)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis