Bargfelder Bote 515–516

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Authors: Thomas Körber
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Abstract

Dagegen bewegen sich Schmidts Mädchenfiguren, wie z.B. die Franziska oder die Tausendeins, als Spielerinnen auf einem viel breiteren Experimentierfeld der Geschlechterverhältnisse. Während Stifters Juliana als anfangs nur naturverbundenes Mädchen mit einer sich allmählich entfaltenden Sprach- und Ausdrucksfähigkeit dargestellt wird, die erst am Ende ihres Akkulturationsprozesses steht, erscheinen Schmidts junge Frauen, insbesondere die "1001", als bereits 'fertige', sprachlich von Anfang an vielschichtigere, aber dadurch oft umso rätselhaftere Figuren, die aber auch noch Züge eines 'wilden Mädchens' tragen. Stifters Zeichnung der Juliana-Figur zeigt Entwicklung und Veränderung und symbolisiert Stifters Idee einer harmonischen Verbindung zwischen Natur und Kultur, und gehorcht seiner Poetik vom "sanften Gesetz". Stifters ruhig-harmonischer Personendarstellung steht Schmidts manchmal surreale Figurenzeichnung gegenüber: Die Äußerungen der "1001" sind von einer bewussten Künstlichkeit geprägt. Schmidt setzt auf Wortspiele und intertextuelle Bezüge, wodurch die Sprache seiner Mädchen oft distanziert und undurchschaubar wirkt.

Fields of Study & Subjects

German Literature and Culture Studies Themes in Literature Analysis Folklore Mythology and Literature Studies

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Book