Savoyer in der Markgrafschaft Baden-Baden
Abstract
In seiner Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes und der angrenzenden Landschaften sprach Eberhard Gothein vom Überströmen welscher Hausierer und welscher Kessler in der Markgrafschaft Baden am Ende des 16. Jahrhunderts und von den Beschwerden gegen welsche Händler im Breisgau um 1589. Er wollte zeigen, "zu welchem Grade der Herrschaft im Breisgau und südlichen Schwarzwald Savoyarden gelangt sind, wie aber auch Anregung vielfacher Art von ihnen ausging, gleichwie in protestantischen Ländern von den französischen Réfugiés". An weiteren Stellen beschreibt er das Monopol der savoyischen Händler-Compagnie der Familie Perola, die von Waldshut und von ihren Niederlagen in der Nordschweiz, in Laufenburg, Säckingen und Rheinfelden aus im 18. Jahrhundert das ganze Rheinviertel und den Schwarzwald mit allen nur irgend nötigen Waren versorgte. Nicht anders als in Waldshut sei es in Freiburg, in Konstanz und anderswo gewesen: "In diesen katholischen Gebieten übten sie (die Savoyarden) einen sozialen und ökonomischen Einfluß aus, der dem der Réfugiés in protestantischen Ländern wohl zu vergleichen ist, wenn er auch nicht so fruchtbar wie dieser war; doch haben sie sich verhältnismäßig selten ganz und gar diesseits der Alpen heimisch gemacht". Seitdem besteht die Frage, ob dieses Bild Gotheins vom sozialen und wirtschaftlichen Einfluß. aber auch der bevölkerungsgeschichtlich geringen Bedeutung der Savoyer historisch belegt werden kann und wie weit es auch für andere katholische Gebiete Deutschlands zutrifft.
Fields of Study & Subjects
Historical Influence and Diplomacy
Reformation and Early Modern Christianity
Historical Economic and Social Studies
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE