Ein Gelehrtenleben des 20. Jahrhunderts: Gerd Tellenbach
Abstract
Die Lebenszeit von Gerd Tellenbach - geboren am 17. September 1903 in Berlin / Großlichterfelde - erstreckt sich über das ganze nun auslaufende Jahrhundert, dessen politische Entscheidungen er allesamt miterlebt, miterlitten, durchdacht und mit dem wachen Auge des Historikers kritisch hinterfragt, auf seinem Gebiete der Hochschulpolitik mitgestaltet und schließlich auch aus persönlicher Sicht beschrieben hat, so in seinem 1981 erschienenen Buch: "Aus erinnerter Zeitgeschichte". Seine Darstellung beginnt mit dem August 1914, als der Vater als Oberst und Kommandeur eines in Offenburg stationierten Regiments im ersten Kriegsmonat fiel. Es ist die monarchische Welt des Großherzogtums Baden mit ihren Werteordnungen insbesondere der humanistischen Bildung, die ihm im Gymnasium Baden-Baden vermittelt wurde. In Offenburg jedoch, so schreibt er, sei ihm der Blick für die politischen Realitäten geschärft worden, die den Jahren der Nachkriegszeit der Weimarer Republik ihre Spannung verliehen. Ihnen konnte sich auch der angehende Geisteswissenschaftler nicht entziehen, als er sich zum Geschichtsstudium entschloß. In Freiburg promovierte Tellenbach 1926 bei Georg von Below, dessen er stets in Dankbarkeit gedachte und ihn in Schutz nahm, wenn man den Deutschnationalen ob seines kämpferischen Eintretens für eine imperiale Politik auch persönlich abwertete.
Fields of Study & Subjects
German Literature and Culture Studies
Memory
History
Trauma
Identity
German History and Society
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE