"Portativgas-Fabrik" - "Rheinische Gasgesellschaft" - Städtisches Gaswerk
Abstract
Seit den 1840er-Jahren verbreitete sich in Südwestdeutschland die Technologie der Erzeugung von Leuchtgas aus Steinkohle, teilweise auch aus Holz; Gaswerke entstanden 1842 in Heilbronn, 1845 in Stuttgart, 1846 in Baden-Baden und Karlsruhe, 1850 in Freiburg und 1851 in Mannheim. Die Verwendung von Gas versprach im öffentlichen Raum wie im privaten Haushalt eine deutlich bessere, d.h. hellere, geruchs- und rußfreie Beleuchtung als die bis dahin mit Raps- bzw. Rüböl oder tierischen Fetten betriebenen Leuchten und Straßenlaternen. In Heidelberg bot seit 1849 eine Fabrik für "Portativgas" in Flaschen abgefülltes Gas an, und im September 1853 nahm ein Gaswerk mit Leitungsnetz ("courantes" Gas) den Betrieb auf. Es wurde von der "Rheinischen Gasgesellschaft" aus Mannheim gebaut und betrieben; 1877 erfolgte die Übernahme durch die Stadt. Die Geschichte der Gasversorgung in Heidelberg, die bis in die Mitte der 1840erJahre zurückreicht, und die ersten Jahrzehnte ihres Betriebs sind bisher nur durch ältere Arbeiten und allenfalls in Grundzügen bekannt. Ziel des Beitrags ist es, ihre Entwicklung bis zur Kommunalisierung des Gaswerks aus den umfangreichen Akten vor allem des Heidelberger Stadtarchivs sowie aus den zeitgenössischen gedruckten Quellen zu rekonstruieren und mit der Geschichte der ‚boomenden‘ Branche in der Region zu verknüpfen. Dabei sollen vor allem die zentralen Entscheidungen und Probleme sowie Positionen, Interessen und Strategien der beteiligten Akteure – Stadtverwaltung, Kunden und Öffentlichkeit, Unternehmer und finanzierende Banken etc. – untersucht werden.
Fields of Study & Subjects
Historical Studies and Socio-cultural Analysis
History of Science and Medicine
Water management and technologies
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE