Die Heidelberger Taubstummenkurse 1902-1916
Abstract
Peter Friedrich de Walpergen (1730 –1809) ist vielleicht der berühmteste Heidelberger Gehörlose. Seine Aquarelle und Federzeichnungen, mit bewundernswerter Exaktheit gezeichnet, sind für die Heidelberger Topografie des 18. Jahrhunderts von unschätzbarem Wert. Zu seinen Lebzeiten wurde er vermutlich als "taubstumm" bezeichnet, der übliche Begriff im 18. und 19. Jahrhundert für die Unfähigkeit, zu hören und sich lautsprachlich auszudrücken. In der NS-Zeit wurde die Bezeichnung "gehörlos" anstelle von "taubstumm" von den Gehörlosen als wertneutral bevorzugt, da hier das Defizit ("-losigkeit") nicht im Mittelpunkt steht und der etymologische Bezug zu "dumm" wegfällt. Die Betroffenen sagen, dass Gehörlosigkeit keine Behinderung sei, sie gehe eben mit einer anderen Form von Kommunikation einher. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird das Wort "taubstumm" als diskriminierend empfunden. In diesem Text werden Begriffe wie "Taubstummenanstalten" in Anführungszeichen gesetzt, um zu verdeutlichen, dass es sich um in den Quellen benutzte Bezeichnungen und Namen handelt.
Fields of Study & Subjects
Hearing Impairment and Communication
Historical Education Studies Worldwide
Disability Rights and Representation
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE