Ein politischer Hochschullehrer zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus: der erste Heidelberger Geografie-Professor Alfred Hettner (1859-1941)

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Authors: Nils Jochum
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Abstract

"Die ‚Schuld‘ Deutschlands besteht nur darin, […] daß es aufgehört hat, bloß ein Volk der Dichter und Denker zu sein […] und danach getrachtet hat, wirtschaftlich und politisch nicht etwa an Stelle anderer Mächte, sondern neben ihnen einen Platz in der Welt zu gewinnen." Der Beginn des Ersten Weltkriegs jährte sich bereits zum vierten Mal, als der Heidelberger Geografie-Professor Alfred Hettner diese Worte in seiner Wohnung in der Ziegelhäuser Landstraße Nr. 19 niederschrieb. Das Zitat aus dem Sommer 1917 erlaubt sowohl einen Blick zurück als auch nach vorne. Zurück in eine Zeit der zweifachen Expansion: die des jungen deutschen Nationalstaats um einen Platz an der Sonne in der Welt und die der Geografie an den Universitäten. Dass sich letztere dabei bereitwillig in den Dienst des imperialen Wettlaufes stellte, bringt der Slogan "Wissen ist Macht, geographisches Wissen ist Weltmacht" auf den Punkt. Blickt man ausgehend von Hettners Einschätzung zu Deutschlands "Schuld" am Krieg in die Zukunft, lässt sich seine spätere Ablehnung des Versailler Friedensvertrages bereits vorausahnen.

Fields of Study & Subjects

Historical Geography and Geographical Thought Biographical and Historical Analysis German legal social and political studies

Publication details

Journal / source
RegionaliaOpen
Publication date
1 January 2026
Language
DE