"Um 5.04 Uhr war das Urteil ohne Zwischenfall vollstreckt"
Abstract
Der Autor dieses Beitrags war mehr als 25 Jahre an der Thoraxklinik in Heidelberg beschäftigt und ist eher zufällig auf die Verdienste seines 1942 ermordeten Kollegen Alfred Seitz aufmerksam geworden. Bei den Recherchen konnten einige neue Erkenntnisse gewonnen werden: Geklärt wurde der Verbleib von fünf Leichen nach den Hinrichtungen von Mitgliedern der Lechleiter-Widerstandsgruppe am 15. September 1942, die Rolle eines V-Mannes der Gestapo und nicht zuletzt die in Vergessenheit geratene überregionale Würdigung der Widerstandsgruppe. Georg Lechleiter (1885 –1942), der führende Kopf der nach ihm benannten Widerstandsgruppe, war seit 1919 für die Kommunistische Partei (KPD) in Mannheim politisch engagiert. Von 1924 bis 1933 gehörte er dem Badischen Landtag an. Lechleiter, gelernter Schriftsetzer, betätigte sich auch als Redakteur. Wegen seiner kritischen Artikel wurde er in der Weimarer Republik und später während der NS-Zeit mehrfach inhaftiert. Spätestens nach dem Einmarsch der Wehrmacht in die Sowjetunion im Juni 1941 war für Lechleiter und ihm bekannte NS-Gegner der Zeitpunkt gekommen, mittels einer konspirativen Vereinigung aktiv gegen das Regime vorzugehen. Da die Gruppe im Untergrund arbeitete, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren, wer mit wem in persönlichem Kontakt stand. Als gesichert kann gelten, dass die Familie Käthe und Alfred Seitz und deren Vater Philipp Brunnemer in direktem Kontakt zu Georg Lechleiter gestanden haben.
Fields of Study & Subjects
European history and politics
German legal
social
and political studies
German History and Society
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE