Soziologie in Heidelberg: von Max Weber zum Max-Weber-Institut
Abstract
Die Institutionalisierung des Fachs Soziologie an deutschen Universitäten verlief in unterschiedlichen Phasen und mit unterschiedlicher Prägnanz. Es gab in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine dominante und räumlich zuzuordnende Schule wie beispielsweise die Durkheimschule in Paris oder die sogenannte Chicago School in den USA, die Entwicklung war hauptsächlich geprägt durch einzelne Personen und deren jeweilige Vorstellungen von Soziologie. So bildeten sich "lokale Zentren" etwa in Frankfurt (Franz Oppenheimer, Institut für Sozialforschung), Köln (Leopold von Wiese), Leipzig (Hans Freyer) oder in gewisser Weise auch in Heidelberg (Alfred Weber), wobei sich aber kein klares Muster einer universitär geprägten Soziologie oder gar eines homogenen disziplinären Profils des Faches etablieren konnte. Stattdessen bildeten sich "uneinheitliche Milieus" von Wissenschaftlern, die intern oft auch heterogene Vorstellungen von Soziologie vertraten. In den 1920er-Jahren war die Soziologie in der Regel eng mit der Nationalökonomie verbunden, und es wurden unterschiedliche disziplinäre Konzepte und Ideen verfolgt, es fehlte der jungen Disziplin an einem klaren methodischen und theoretischen "Selbstverständnis".
Fields of Study & Subjects
German Social Sciences and History
Weber
Simmel
Sociological Theory
Emile Durkheim and Sociology
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE