Herrschaftswechsel: Calwer, Welfen und Tübinger zwischen Schwarzwald und Neckar (12. Jahrhundert)
Abstract
Als sich um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert die karolingische Grafschaftsverfassung endgültig auflöste, dienten die alten Gaunamen noch eine Weile zur Lagebeschreibung von Besitztiteln, die Comitate hingegen verschwanden völlig. Lang anhaltende Tendenzen, wie das Bemühen des Adels, die Grafenwürde erbrechtlich an sich zu binden, sowie die mit dem Investiturstreit zwischen König und Papst einhergehende Schwächung der Reichsgewalt verschafften dem sich neu formierenden Adel die Möglichkeit, eigene Herrschaften mit flächendeckendem Charakter aufzubauen. Die Adelsdynastien begannen sich nach ihren Burgen zu benennen, wie beispielsweise die Staufer, Zähringer, Calwer, Tübinger, Achalmer, Uracher, Zollern und Württemberger, um nur die wichtigsten Geschlechter Südwestdeutschlands aufzuzählen. Von ihren Burgen aus versuchten diese neuen Adelsfamilien ihre Herrschaft auszudehnen. Den erfolgreichen unter ihnen gelang es, in einem längeren Prozeß ihre Adelsherrschaft zu einer Landesherrschaft auszubauen, ihr Konglomerat von verschiedensten Rechts- und Besitztiteln zu einer die wichtigsten Lebensbereiche umfassenden Herrschaft über ein mehr oder weniger geschlossenes Territorium umzuwandeln.
Fields of Study & Subjects
Medieval Literature and History
Medieval European History and Architecture
Medieval and Early Modern Justice
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE