Baden-Württembergisches Pfarrerbuch
Abstract
Als Markgraf Christoph von Baden im Jahr 1515 die sogenannte 'pragmatische Sanktion' erließ, die auch Vorschriften für die Teilung des Landes enthielt, stellte er damit die Weichen nicht nur für die 250 Jahre eines getrennten Geschichtsverlaufs der beiden Markgrafschaften, sondern zugleich für die konfessionelle Spaltung des Landes. Unter dem von ihm bevorzugten Sohn Philipp I. vollzog sich ein erstes Eindringen des evangelischen Glaubens, dem der Markgraf zunächst nachgab. Eine ganze Reihe bereits evangelischer Pfarrer fand in der Markgrafschaft Platz, obwohl offiziell keine Reformation stattfand und Philipp I. geneigt war, Reformen nur innerhalb der alten Kirche durchzuführen. Nachdem dann 1528 einige Pfarrer entlassen wurden oder freiwillig das Land verließen, - sie standen Zwingli nahe -, zeigte sich jedoch, daß der Markgraf zwar nicht alle Reformen rückgängig machen wollte, aber "fein gemach wieder zum Papsttum abgefallen" sei, wie der Chronist Sebastian Franck schrieb. So kam es zu einer zweiten Auszugswelle von Pfarrern im Jahr 1531. Jedoch nicht alle Pfarrer haben die Lage ebenso eingeschätzt, sodaß bei Philipps I. Tod 1533 die religiöse Entwicklung nach beiden Seiten offen blieb. Einerseits war die Zahl der Anhänger der neuen Lehre in der Markgrafschaft recht groß, andererseits hatte Markgraf Philipp 1522 seine Tochter Jakobäa mit dem bayrischen Herzog Wilhelm verheiratet. Sie war zwar nicht erbberechtigt, hat aber durch die Vormundschaften einen erheblichen Einfluß zur Stärkung des Katholizismus ausgeübt.
Fields of Study & Subjects
Reformation and Early Modern Christianity
Historical Legal Studies and Society
Medieval Literature and History
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book